Montag, 22. Juni 2015

Über die Notwendigkeit von Schaukeln und Eis.
Erdbeer-Sorbet mit Basilikum

Ich fahre morgens mit dem Bus zur Arbeit. Eigentlich könnte ich auch laufen und das habe ich mir auf jeden Fall auch vorgenommen für "wenn es mal warm ist". Jetzt denke ich jeden Morgen, dass es ja sicherlich noch öfter warm sein wird.

Würde ich nicht Bus fahren, hätte ich außerdem schon viel verpasst. Zum Beispiel in der letzten Woche das hier:

Der Bus hält an und eine Frau stieg aus. Ein kleiner Junge, etwa zweieinhalb Jahre alt, fragte seine Mama, wo die Frau denn hingehe. Die Mutter antwortet: "Na, die Frau muss vielleicht wohin."
"Vielleicht zum Spielplatz", sagt der Junge.

Das hat mir das Herz gebrochen. Weil es der Junge so süß gesagt hat. Und weil es so wahr ist. Ich glaube, wir alle müssen mal öfter zum Spielplatz gehen. Schaukeln. Rutschen. Seilbahn fahren. Dem Karusell so viel Anschwung geben, dass es ganz bestimmt gleich abhebt. Eine Rolle vorwärts machen, die ganz Mutigen auch rückwärts.

Ist das so ein Generation Y-Krams, weil wir nicht erwachsen werden wollen? Vielleicht. Immer hat man als Kind gehört und gedacht: "Wenn ich mal groß bin, dann..." Dann ist man plötzlich groß. Und nun? Denkt man "Achso, huch. Dass isses jetzt? Ok, hm. Dann nehme ich bitte doch noch ein Eis dazu."

Oder man zieht das Erwachsenending einfach durch. Es ist ja nicht alles schlecht. Ich bin erleichtert, dass ich niemandem mehr beweisen muss, dass ich cool bin. Bin ich nicht. Ich ziehe die Klamotten an, die ich mag, höre die Musik, die ich gut finde und es ist ok, keine Gruselfilme zu mögen und gerne zu viel Kuchen zu essen. Man muss und man darf viel, das ist meistens schön und manchmal eine Last. Und wenn es zu viel Last wird - sollte man mal wieder Schaukeln gehen. Oder ein Eis essen.


Erdbeersorbet mit Basilikum Rezept Eis ohne Eismaschine vegan Holunderweg18

Zutaten für vier Portionen Erdbeersorbet mit Basilikum

500g Erdbeeren
60g Zucker
etwa fünf große Stiele Basilikum oder gute zwei Hände voll Basilikumblätter
Saft einer halben Zitrone
100ml Wasser

Zubereitungszeit: 10 Minuten, Gefrierzeit: etwa 4 Stunden

Die Erdbeeren waschen und pürieren - wer nicht viel Zeit hat, friert die Erdbeeren vorher ein und lässt sie dann antauen, dass er sie prüreren kann. So geht das Gefrieren des Sorbets schneller. Wer eine Edelstahlschüssel oder Kastenbackform nimmt, um darin das Sorbet herzustellen, kann diese etwa eine Stunde vor der Zubereitung schon mal ins Gefrierfach stellen.

Den Zucker mit 100ml Wasser aufkochen, etwa 5 Minuten köcheln und dann abkühlen lassen.
Die halbe Zirone auspressen und den Saft gemeinsam mit dem Zuckersirup zum Erdbeerpüree geben. Gut durchrühren oder noch einmal kurz prürieren.

Das Basilikum fein hacken - ich habe es nicht mit püriert, weil ich gerne noch erkennbare Stücke im Sorbet haben wollte. Wer Zeit sparen möchte, kann die Basilikumblätter aber auch einfach mit den Erdbeeren zusammen pürieren. Das gehackte Basilikum unter das Erdbeerpüree rühren.

Erdbeersorbet mit Basilikum Rezept Eis ohne Eismaschine vegan Holunderweg18


Die Erdbeermasse in die (vorgefrorene) Schüssel geben und ins Gefrierfach stellen. Damit das Sorbet nicht einfach ein fester Eisbrocken wird, muss es alle 30 Minuten gut durchgerührt werden. Insgesamt braucht das Sorbet etwa vier Stunden, bis es fertig ist. Dann könnt ihr es kur antauen lassen und mit einem Löffel oder Eisportionierer leicht aus der Schüssel oder Form lösen und servieren.

Ich wünsche euch Schönes und Schaukelmomente

Natalie

Donnerstag, 18. Juni 2015

Quiche mit grünem Spargel und Tomaten

Heute gibt es keine Geschichte. Kein Einleitungstamtam. Nur eine Bitte: Macht dieses Rezept nach, lasst es in euer Herz und euren Bauch. 

Neben Spargel-Rucola-Flammkuchen ist diese Quiche eines meiner Spargellieblingsessen und eigentlich eines meiner Lieblingsessen überhaupt. Nur für diese Quiche blockiere ich, ab nächster Woche wieder, für mindestens ein halbes Jahr die Kühltruhe mit grünem Spargel, damit ich sie noch oft essen kann. Ich erzähle allen, die es hören wollen und auch denen, die es nicht hören wollen, dass diese Quiche der Oberknaller ist und sie sie nachbacken müssen. Warum ich euch dieses Rezept bisher vorenthalten habe? Unfähigkeit.

Ich kann  nicht so gut flache Sachen fotografieren. Aber ich habe geübt und im Jahr 3 n.Q. (nach der Quicheerleuchtung) ist es soweit. Hier isse: DIE Quiche mit grünem Spargel und Tomaten.


Rezept Spargelquiche mit Tomaten vegetarisch Holunderweg18


Zutaten für eine Quiche

Teig:

250g Dinkel- oder Weizenmehl
125g kalte Butter
1 TL Salz
6 EL Wasser

Füllung:

500g grüner Spargel
300g Cherrytomaten
1 Bund Petersilie
100g Schmand
100ml Sahne
50g Parmesan oder Pecorino
2 Eier
Salz und Pfeffer

Die Zutaten für den Teig zu einem weichen, geschmeidigen Mürbeteig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Einen großen Topf Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Die Spargelenden abschneiden und die Spargelstangen kurz (1-2 Minuten) im gesalzenen Wasser blanchieren. Aus dem Wasser nehmen und in einem Sieb zwischenlagern.

Sahne und Schmand gut miteinander verrühren. Den Käse reiben, die Petersilie hacken und beides zum Schmand-Sahnegemisch geben. Kräftig salzen und Pfeffern - die Füllung darf auf jeden Fall leicht überwürzt sein, dann ist die Quiche später genau richtig gewürzt. 
Die beide Eier in die Masse schlagen und gut verrühren. Das geht besonders gut mit einer Gabel.

Die Cherrytomaten waschen und halbieren. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auswickeln und auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, sodass er in eure Quicheform passt. Legt die Form anschließend mit dem Mürbeteig aus - sollte am Rand zuviel Teig überstehen, könnt ihr zum Beispiel den Rand doppelt auslegen oder den überschüssigen Teig nicht zu knapp über dem Rand der Form abschneiden.



Legt nun den Boden mit den halbierten Tomaten aus; sie dürfen gerne dicht an dicht den Quicheboden bedecken. Anschließend die Spargelstangen darauf legen und dann die Füllung gleichmäßig darübergießen.

Die Quiche muss nun 60 Minuten backen. Sollte sie euch zu dunkel werden, deckt sie einfach während des Backens mit Backpapier ab. Vor dem Servieren sollte sie noch etwas auskühlen.



Habt ihr euch auch noch einen Haufen Rezepte für den Endspurt der Spargelsaison vorgenommen? Und wenn ja, welche?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Entdeckt habe ich das Rezept bei Fräulein Klitzeklein und habe es vegetarisch abgewandelt. Bei Klitzekleins heißt Quiche übrigens "Quiiiietsch", bei Holunderwegs "Kwischi".

Freitag, 12. Juni 2015

Spinatsalat mit Datteln nach Ottolenghi



Es ist heiß, ich möchte ins Freibad. Mit Anlauf eine Arschbombe vom Einer machen – achso nee. Ich bin ja nicht mehr 8. Aber ich gehe trotzdem, finde einen Schattenplatz. Komisch, dass sonst niemand unter diesem Baum liegt. Ich suche Boden und Baum nach einer auffälligen Ameisen-, Spinnen-, Bienen- oder Zeckenpopulation ab. Nichts. Zufrieden breite ich meine Picknickdecke aus, packe Buch, Zeitschrift, iPod und Stift zum Rätseln aus. Hinlegen, Augen zu, hach, ist das schön. Aber heiß, pffff. Also packe ich alles wieder ein und stakse über die Wiese zum Becken. Statt blauem Wasser prustende, schreiende, Bälle und andere Kinder durch die Gegend werfende Kinder. Eltern, schreiend, pubertierende Jungs,  arschbombend, und ich. Zitternd. Knietief im Wasser, um mich herum wogt die abkühlungswütige Menge. Ein kleines Kind spritzt mich nass, womöglich versehentlich, ich hole Luft und will ihm sagen, dass es MICH NICHT NASSZUSPRITZEN HAT, GEFÄLLIGST!, während hinter mir ein Junge mit Anlauf vom Rand ins Becken springt, eine beachtliche Welle auslöst, die mich überflutet. Ich japse, der Schwimmmeister trillert mit rotem Kopf in seine Pfeife.

Sommer  ist erst im Freibad, auf dem Balkon, im Garten, Park oder am See und, für die ganz glücklichen, am Meer so richtig Sommer. Ihn von drinnen zu beobachten  kann man machen, aber irgendwie muss man raus und dabei sein.
Viele sagen immer, dass sie bei großer Hitze gar nichts essen können – ein Gefühl, das ich nicht kenne. Also nichts essen können.  Salat geht dann immer, aber es darf dann auch mal etwas Besonderes sein – zum Beispiel Spinatsalat mit Datteln und Fladenbrotcroutons, frei abgewandelt aus Yotam Ottolenghis „Jerusalem“:

Für zwei Portionen

300g Blattspinat

ein Stück Fladenbrot, etwa 100g
2 EL ganze Mandeln oder Mandelstifte
1 TL Garam Masala
1 Chilischote oder 1/2 TL Chiliflocken
etwas Salz
2 EL Olivenöl oder 1 EL Butter + 1 EL Olivenöl

1/2 rote Zwiebel
100g Datteln
3EL Apfelessig
etwas Salz

2 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
1 TL Agavendicksaft oder Honig
etwas Salz

Die rote Zwiebel fein würfeln, die Datteln entsteinen und ebenfalls in Stücke oder Streifen schneiden. In einer Schüssel mit dem Apfelessig und dem Salz vermengen und 30 Minuten ziehen lassen.

Den Spinat gut waschen, abtropfen lassen und anschließend die Stiele von den Blättern trennen. 

Anschließend das Fladenbrot würfeln - ich habe es längs aufgeschnitten und beide Hälften gewürfelt. Das Öl in der Pfanne erhitzen und das Fladenbrot darin anrösten. Die ganzen Mandeln grob hacken oder gestiftelte Mandeln verwenden, diese dann auch in die Pfanne geben und mit dem Fladenbrot rösten lassen. Wenn alles schön braun und knusprig ist, die gewüfelte frische Chili oder die Chiliflocken in die Pfanne geben, salzen und einen Teelöffel Garam Masala hineingeben, alles gut umrühren und beiseite stellen.

Die Dattel-Zwiebelmischung in einem Sieb abtropfen lassen und wieder in eine Schüssel geben. Mit 2 EL Olivenöl, 2 EL Zitronensaft und 1 TL Agavendicksaft anrühren und mit Salz abschmecken. Das Dressing mit dem Spinat vermengen und mit dem Fladenbrotmandelknusper anrichten.

Weil Spinat viel Nitrat einlagert, dass zu giftigem Nitrit umgewandelt wird, ist es sinnvoll, bei Spinat immer zur Bio-Variante zu greifen, da hier weniger Nitrat enthalten ist.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Freitag, 5. Juni 2015

In der Tarte: Rhabarber.
Rhabarbertarte mit Saurer Sahne.

Ob man merkt, dass man alt wird, weil man öfter mal denkt oder sogar sagt: "Kinners, wie die Zeit vergeht!"? Falls das ein Indikator ist, bin ich von akuter Omaisierung betroffen. 
Es ist schon wieder Mtte Juni, also so gut wie, wann sind eigentlich all die Bäume so grün geworden, die Rosen verblühen ja schon fast wieder und ich habe wieder mal verpasst, mir rechtzeitig einen neuen Bikini und Sandalen zuzulegen. Die Zeit rast und immer habe ich das Gefühl, meine Zeit nicht gut genug zu nutzen, nicht genug zu erleben und den Moment nicht ausgiebig zu genießen. Und dann gibt es so einen Moment, wie gestern Abend im Biergarten mit am Himmel düsenden Schwalben und der roten Sonne, die hinter dem Kesselrand von Stuttgart untergeht. Doch auch dieser Augenblick vergeht und man kann ihn nicht festhalten. Weil die Zeit so rast.

Weniger dramatisch, aber doch betrüblich ist, dass sich die Spargel-, Erdbeer- und Rhabarbersaison schon wieder dem Ende entgegen neigt. Kinners, wie die Zeit vergeht! Geht es euch auch so, dass ihr schon wieder viel zu viele Rezepte nicht ausprobiert habt? Falls das so ist, habe ich einen Rhabarberreminder für euch. Und leider noch ein Rezept, das ausprobiert werden muss.





Für eine Tarte oder etwa 10 Tartelettes benötigt ihr folgende Zutaten:

Teig:
125g Mehl
50g kalte Butter + etwas Butter für die Form
40g Zucker
1 Ei
2 EL kaltes Wasser
eine Prise Salz

Die Zutaten (bis auf die 2 EL Wasser) vermengen und zu einem festen, geschmeidigen Mürbeteig verkneten. Sollte das nicht gelingen und der Teig bröselig bleiben, gebt nach und nach das Wasser hinzu.
In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten lang in den Kühlschrank legen.

Füllung:
500g Rhabarber
40g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
1 EL Zucker

Die Enden des Rhabarbers abschneiden und die Stangen schälen. Schneidet den Rhabarber in etwa 0,5cm breite Stücke; falls ihr eine normale Tarte backen wollt, könnt ihr die Stücke auch breiter schneiden. Den Rhabarber in einer Schüssel mit Zucker und gemahlenen Nüssen vermengen und beiseite stellen.

Guss (für eine große Tarte könnt ihr die doppelte Menge nehmen und ggf. auch etwas mehr Rhabarber):
100g Saure Sahne oder Schmand
75-90g Zucker
1 Ei

Die Zutaten für den Guss gut miteinander vermengen und den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Tarteform oder die Muffinform(en) mit Butter einpinseln. Wer eine große Tarte machen möchte, rollt den Teig auf der gut bemehlten Arbeitsfläche aus und legt ihn in die Tarteform. Oder ihr stecht mit einer großen Tasse, einem Glas o.ä. kleine Teigkreise für eure Tartelettes- oder Muffinformen aus, in die ihr dann die kleinen Teigstücke legt.
Gebt nun die Rhabarbernussmischung in die Form und den Guss anschließend darüber. Bei den Tartelettes habe ich etwa 3 EL Rhabarber und 2 EL Guss in die Form gegeben.

Die Tarte(lettes) nun auf der mittleren Schiene 45 Minuten lang backen. Werft ab und an mal einen Blick in den Ofen: Wenn die Füllung zu dunkel wird, deckt die Tarte einfach mit etwas Alufolie ab.

Die Tarte oder die Mini-Tartes abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Falls dann noh etwas übrig ist, schmeckt die Tarte auch am nächsten Tag prima.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Noch mehr Rhabarberkonfetti erlebt ihr hier mit einem veganen Rhabarberstreuselkuchen.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Die Mädchenküche kocht zusammen #2: Quiche
Spinat-Polenta-Quiche mit Feta

Es gibt drei Phänomene in meinem Leben, die mich beschäftgen, aber unerreichbar scheinen: Ordnung, innere Ausgeglichenheit und eine Bikinifigur. Letzeres ist mir an zehn Monaten des Jahres egal, aber so ab April klopft es sanft gegen die Innenseite meines Kopfes. Jemand hüstelt, räuspert sich und wispert: "Bikiiiniifugur!!!" Dödöm. Wobei ich mich frage, was das ist. Man zieht einen Bikini an, man hat eine Figur, also eine Form, eine Silhouette auf jeden Fall - zack, Bikinifigur. Eigentlich schon, oder? Aber irgendwie hält man sich ja grundsätzlich immer nur in Freibädern, an Seen und Meeren auf, an denen die Jahrestagung der H&M-Models stattfindet. Den ganzen Sommer lang.

Also sage ich mir streng: "So, Frollein, nun ist aber mal Schluss, es wird weniger gegessen. Vor allem Kuchen und Eis, pfui Spinne!" - und dann passiert genau das Gegenteil. Es ist ja auch immer was: Ständig hat jemand Geburtstag, es ist superheiß, man erträgt den Tag ohne Kuchen nicht, Kino ohne Popcorn ist unmöglich oder man muss Pizza essen gehen. Man kennt das.

Das alles ist aber nicht der Grund, warum ich eine Quiche mit Polentaboden gebacken habe. Nö. Die Themen Spinat und Quiche wollten für die Mädchenküche vereint werden. Warum nicht mit Polenta? Während ich die Polenta kochte, fiel mir auf, dass ja nirgendwo Butter hineinkommt. Ts. Wenn man bedenkt, dass in Mürbeteig zwei Teile Mehl und 1 Teil Butter, was bei 200g Mehl ja 100g Butter sind... Lassen wir das. Jedenfalls schmeckt Quiche mit Polentaboden astrein, ist weniger fettig und auch noch glutenfrei - alle glücklich.
Polenta-Spinat Quiche mit Feta Rezept glutenfrei Holunderweg18


Zutaten für eine Quiche:

Polentaboden:
250g Polenta (Maisgrieß)
400ml Gemüsebrühe
200ml Wasser 
1/2 TL Salz
50g Parmesan oder Pecorino
1 Ei
Salz, Pfeffer

Füllung:
750g frischer Spinat oder 500g TK-Spinat
100ml Sahne
100g Ricotta (oder Schmand, Creme Fraiche, Quark)
100g Feta
2 Eier
Salz, Pfeffer

Wasser und Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Die Polenta nach und nach einrühren und kurz aufkochen lassen. Herd ausschalten. 1/2 TL Salz unterrühren und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Den Spinat waschen und die Stiele von den Blättern ziehen. (Den aufgetauten TK-Spinat gut ausdrücken.) Ricotta und Sahne in einer Schüssel gut miteinder verrühren, Feta klein brechen und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, danach die beiden Eier hineinschlagen und noch einmal verrühren.
Die Quicheform mit Olivenöl einpinseln und die Polenta hineingeben. Stellt euch ein Glas mit Wasser bereit. Ihr könnt die Polenta nun mit einem Esslöffel oder den Fingern in die Form drücken. Dabei den Löffel bzw. die Finger immer mal wieder ins Wasser stecken, dann bleibt die Polenta nicht kleben. Am besten funktioniert es, wenn ihr die Polenta mit dem Löffel gleichmäßig in der Form verstreicht und die dann mit den Fingern am Rand der Form hochzieht und festdrückt.
Heizt den Backofen auf 200 Grad vor. Ihr könnt die Quicheform schon einmal in den Backofen stellen, bis er die richtige Temperatur hat, dann gart der Polentaboden schon etwas vor.
Sobald der Backofen heiß ist, gebt ihr den Spinat auf die Polenta und gießt dann die Fetamasse darüber. Die Quiche muss nun 45 Minuten backen. Bevor ihr sie anschneidet, lasst ihr sie am besten noch 10 Minuten außerhalb des Backofens ruhen.
Polenta-Spinat Quiche mit Feta Rezept glutenfrei Holunderweg18 Blog


Weil Quiche so eine feine Angelegenheit ist, ist Quiche mit Spinat das gemeinsame Gericht als Abschluss unserer Mädchenküche-Spinatrunde. Hier findet ihr alle weiteren Rezepte:

 Meine vegetarisch-delikate Kochwelt: Spinat-Quiche mit Filoteig
 
Fräulein Moonstruck kocht: Gedeckte Spinat-Spargel-Tarte
Leckerbox: Schnelle Mini-Toast-Quiche mit deutschem Spinat

No fast food today: Spinat- Tomaten Quiche mit Feta

Wenn wir euch spätestens jetzt in Spinatlaune versetzt haben, könnt ihr gerne eure aktuellen Spinatrezepte (keine Archivbeiträge) mit uns teilen. Diese sammelt Ramona von Fräulein Moonstruck kocht auf ihrem Blog. Die Beiträge teilen wir nach und nach auf der Mädchenküche-Facebookseite.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Dienstag, 5. Mai 2015

Die Mädchenküche kocht #2:
Spinat-Ricotta-Gnocchi

Ich stehe am Herd und lasse ein großzügiges Stück Butter vom Esslöffel in die heiße Pfanne zu den Thymian-Zweigen gleiten. Es brutzelt und duftet. Der Mitbewohner kommt rein und verkündet mir seinen Beschluss: "Du, ich glaube, ich will ein bisschen abnehmen." Betreten starre ich in die Pfanne. Es brutzelt und duftet. Seufzend gebe ich die Spinat-Ricotta-Gnocchi in die Pfanne. "Hm, ok. Ricotta hat auch nur 13% Fett. Also und Parmesan und Butter... mh, äh..." "Na gut, dann ab nächster Woche, ok?"

Außerdem ist jede Menge Spinat drin. So nämlich. Jede Menge Spinat gibt es in dieser Woche in der Mädchenküche - wir sind im Frühlingsmodus und Spinat ist nach den Hülsenfrüchten unser zweites Mädchenküchenmotto. In den kommenden Tagen findet ihr wieder unsere individuellen Rezepte auf den Blogs, die Links findet ihr unten, und unser gemeinsames Thema ist dieses Mal mein absolutes Lieblingsessen: Quiche! Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch schon mal eure Gedanken und Kochbücher wälzen, denn Ramona von Fräulein Moonstruck kocht sammelt ab dem 13.Mai eure Spinat-Rezepte auf ihrem Blog und wir werden sie nach und nach auf unserer Mädchenküche-Facebookseite zeigen.

Kurz nach Quiche kommen in meiner, nicht kurzen, Lieblingsessensliste Gnocchi und diese habe ich heute mit Spinat und Parmesan für euch. Und ein klitzkleinesminibisschen Butter. Minimini.

Spinat-Ricotta-Gnocchi Holunderweg18 Rezept

Für zwei große oder drei normale Portionen benötigt ihr folgende Zutaten:

500g frischen Spinat (etwa 300g TK, schätze ich)
120g Ricotta
60g Parmesan + etwas zumServieren
1 Ei
100-120g Mehl + etwas um Arbeitsfläche und Hände zu Bestäuben
einen großzügen EL Butter
3-5 Zweige Thymian
Salz und Pfeffer

Den Spinat waschen und die Stiele und das Stielgerippe von den Blättern ziehen. In gesalzenem, kochenedem Wasser kurz blanchieren, bis er zusammenfällt. In ein Sieb geben und abkühlen lassen.

Sobald der Spinat abgekühlt ist, drückt ihr ihn gut aus. Gebt ihn in eine Schüssel, reibt 50g Parmesan hinein und gebt den Ricotta hinzu. Alles gut miteinander vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Ei hineinschlagen und das Mehl nach und nach unterheben. Die Masse gut verrühren - sie soll wie ein Teig werden, aber noch weich sein. So, dass ihr noch gut Stücke daraus aufnehmen und in euren Handflächen zu Gnocchi formen könnt. Legt euch dann am besten einen Bogen Backpapier auf eure Arbeitsfläche und bemehlt diesen großzügig. Gebt auch ein Häufchen Mehl für eure Hände auf das Backpapier. Mehlt eure Hände gut ein und nehmt nun etwas von dem Gnocchi-Teig aus der Schüssel und rollt ihn zwischen euren Handflächen zu einer Kugel. Rollt die Gnocchi dann nochmal durch das Mehl auf dem Backpapier und immer wieder die Hände gut bemehlen, das ist eine klebrige Angelegenheit!
Spinat-Ricotta-Gnocchi Holunderweg18 Rezept

Sind alle Gnocchi gerollt, bringt ihr Wasser zum Kochen und gebt in eine Pfanne einige Zweige Thymian und Butter, die ihr schmelzen lasst.
Salz das Kochwasser und kocht die Gnocchi darin portionsweise. Ihr könnt sie mit einer Schaumkelle abschöpfen, sobald sie an der Oberfläche schwimmen, und dann in der Pfanne schwenken oder sogar etwas anbraten - das gibt nochmal einen schönen, intensiven Geschmack.

Die Gnocchi könnt ihr zum Beispiel mit Salat oder getrockneten Tomaten servieren, reibt noch etwas Parmesan darüber und vielleicht ist noch etwas Thymianbutter in der Pfanne, die ihr darübergießen könnt. Und solltet. Zeit für Diäten und Bikinifiguren ist auch noch in der nächsten Woche. Oder so.


Hier die anderen spinatfantastischen Rezepte der Mädchenküchen-Crew:
(Der Rest folgt im Lauf der Woche; schaut für die aktuellen Rezepte auch gerne auf der Facebookseite vorbei!)

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Sonntag, 3. Mai 2015

Spätzle-Linsenburger im Laugenbrötchen

Kommt ein Norddeutscher nach Schwaben. So fangen bestimmt prima Witze an, aber auch die Geschichte einer großen Verwunderung. Hier (norddeutsch ist in diesem Fall alles nördlich von Frankfurt) isst man Linsen als Eintopf. Wenn es ganz verrückt werden soll, dürfen sie auch in einem Salat zum Einsatz kommen. Das war dann aber auch das Höchste der Gefühle. Und dann wird man irgendwann im Urlaub oder weil man durch Arbeit, Herz, den  Wunsch nach neuen Gefilden gen Süden getrieben wird, mit dieser Ungeheuerlichkeit konfrontiert: Spätzle mit Linsen. Also Nudeln mit Linsen - warum sollte man sowas machen?!

Der Schwabe würde antworten: "Womit soll mr Linse sonscht esse?", und hat recht damit. An dem klassischen Rezept für Spätzle mit Linsen habe ich mich hier schon mal versucht und da ich jetzt schon seit zwei Jahren Stuttgarterin und sozusagen ein mittelalter Spätzlemitlinsenhase bin, darf es jetzt Schwäbisch 2.0 werden: Spätzle-Linsenburger im Laugenbrötchen. Uh yeah.

Spätzle-Linsenburger im Laugenbrötchen vegetarisch Rezept Holunderweg18

Ich habe das Rezept so geschrieben, dass alle Schritte parallet zueinander verlaufen können oder ineinander übergehen. Jeder Bestandteil, ob Laugenbrötchen, Möhrencreme, Spätzle oder Linsenbratling, können auch wunderbar für sich stehen.

Für fünf Spätzleburger benötigt ihr

200g Spätzlemehl
2 Eier
50ml Mineralwasser
eine gute Prise Salz

Linsenburger
225g  Alb Leisa, Puy Linsen oder Grüne Linsen
1/2 Bund gehackte Petersilie
1 Ei
1 Schalotte
1 Knoblauzehe
1/2 TL (großzügig) Kreuzkümmel
1/2 TL (vorsichtig) Zimt
 Salz, Pfeffer

250g Mehl
6g Salz
1/2 TL Zucker
25g weiche Butter
1/2 Würfel Hefe
125ml lauwarmes Wasser
30g Hauhaltsnatron

Möhren-Sesam-Creme (eignet sich auch hervorragend als Brotaufstrich oder mit mehr Öl und Käse als Pesto)
5 mittelgroße Möhren (etwa 250-300g)
1 EL heller Sesam
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

etwas Öl und Butter zum Braten
wer mag: eine rote Zwiebel, in Ringe geschnitten und gläsig angedünstet, und einige Salatblätter.

1. Vermengt Mehl und Salz für die Laugenstangen in einer Rührschüssel. Macht in der Mitte eine kleine Mulde, krümelt hier die Hefe hinein, gebt den Zucker hinzu und langam das lauwarme Wasser. Verknetet die Zutaten zu einem geschmeidigen Hefeteig (genaue Anleitung hier) und lasst den Teig eine Stunde abgedeckt ruhen.

2. Setzt die Linsen in ungesalzenem Wasser auf und lasst sie etwa 25 Minuten köcheln, bis sie weich sind.

3. Die Möhren schalen und in grobe Scheiben schneiden oder würfeln. Etwas gesalzenes Wasser zum Kochen bringen und die Möhren darin garen, bis sie weich sind. Abgießen und abkühlen lassen.
1 EL Sesam in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Die abgekühlten Karottenstücke mit dem Sesam und Öl in einem Multizerkleinerer oder mit einem Pürierstab zu einer sämigen Masse verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Den Hefeteig aus der Schüssel nehmen, auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben und in etwa fünf gleich große Teile teilen. Wer, ie ich, auf Nummer sicher gehen will, kann den Teig abwiegen, das Ergebnis durch fünf teilen und so die fünf Teigstücke abwiegen, damit alle Laugenbrötchen etwa gleich groß werden.
Die Teigstücke mit dem Handballen auf der Arbeitsfläche noch einmal vorichtig durchkneten und dann in den bemehlten Handflächen zu Brötchen formen. Mit der Schlussstelle nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und noch einmal 20-30 Minuten mit einem sauberen Küchenhandtuch abgedeckt gehen lassen. Den Backofen auf 225 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

5. Die Linsen abgießen und etwas abkühlen lassen. 

6. In einem großen Topf etwa drei Liter Wasser zum Kochen bringen.
7. Die Petersilie, Schalotte und Knoblauch hacken und gemeinsam mit den abgekühlten Linsen, Kreuzkümmel, Zimt, Salz und Pfeffer in einem Multizerkleinerer oder mit dem Pürierstab zu einer Masse zerkleinern.
Das Linsengemisch in eine Rührschüssel füllen, abschmecken und ggf. kräftig nachwürzen - hierbei lieber etwas überwürzen. Das Ei in die Schüssel schlagen und die Masse verkneten oder gut miteinander verrühren.

8. De Temeperatur des kochenden Wassers etwas herunterdrehen, sodass es nur noch siedet. Das Natron vorsichtig in das heiße Wasser geben - Achtung, das schäumt ziemlich! Lieber teelöffelweise einstreuen. Die Laugenbrötchen nun nacheinander ins köchelnde Natronwasser geben. Nach 10 Sekunden wird das Brötchen gewendet und schwimmt mit der anderen Seite nach unten wiederum in der Natronlauge. Auf das Backblech legen und mit dem nächsten Brötchen genauso verfahren. Wenn alle Brötchen ihr Bad genommen haben, könnt ihr die Oberseite mit einem Messer vorsichtig einritzen. Die Laugenbrötchen müssen nun 20-25 Minuten backen, bis sie schön gebräunt sind.

9. Die trockenen Spätzlezutaten vermengen, die Eier hineinschlagen und nach und nach das Mineralwasser hinzugeben. Ich sage es ganz offen: Bei Spätzleteig tut man sich einen Gefallen, wenn man eine Küchenmaschine besitzt. Geht auch ohne, dann bekommt man Muckis.
Der Teig muss so lange gerührt werden, bis er geschmeidig ist und beim Rühren Blasen schlägt. Den Teig zur Seite stellen und etwas ruhen lassen.

10. In einem großen Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Etwas Butter in eine große Pfanne geben und schmezen lassen.  
Je nachdem welcher Spätzletyp ihr seid (der traditionelle Spätzleschaber, der Spätzlepressenverwender oder Durch-ein-Spätzlesieb-Drücker), werden die Spätzle portionsweise ins kochende Wasser gesiebt, gepresst oder geschabt. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle abschöpfen und in die Pfanne geben. Hierin etwas in der Butter anschwenken oder leicht anbraten. Anschließend könnt ihr die Spätzle in eine feuerfeste Form oder Schüssel geben und sie im etwa 50 Grad warmen Backofen warmhalten.
Rezept vegetarisch Spätzle-Linsenburger im Laugenbrötchen Holunderweg18

11. Wir nähern uns dem Finale: Die Linsenburger. Lasst in einer Pfanne mindestens einen Fingerhoch neutrales Öl, zum Beispiel Rapsöl, mit einem Stück Butter heiß werden. Formt die Burgerpatties mit den Händen- wenn ihr sie nicht ganz so frikadellenartig mögt, könnt ihr sie auch flacher formen, dann ergibt die Burgermasse natürlich mehr - und gebt sie in die heiße Pfanne. Von beiden Seiten knusprig anbraten. 
Hierbei ist es wichtig, dass ihr nicht mit dem Bratfett geizt, da die Bratlinge ansonsten sehr leicht auseinanderfallen. Wie bei Omas Frikadellen sollen auch diese Linsenburger schön im Fett ausgebraten werden. Legt sie danach auf etwas Küchenkrepp, dann wird das überschüssige Fett aufgesaugt.
Anschließend könnt ihr sie ebenfalls noch in den Warmen Backofen geben, um die Burger in Ruhe vorzubereiten.

12. Schneidet die Laugenbrötchen auf und bestreicht die Unterseite großzügig mit der Möhrencreme. Gebt ein Salatblatt darauf, einen Linsenbratling, einen Esslöffel voll Spätzle und wer mag noch ein paar angebratene Zwiebelringe. Ihr könnt auch die Innenseite der oberen Hälfte des Laugenbrötchens noch mit Möhrencreme bestreichen und auf den Burger auflegen - und schmecken lassen!

Ich wünsche euch Schönes

Natalie


P.S.: Weitere spannende, neue, traditionelle und tolle Spätzlerezepte findet ihr bei der Spätzleparade von Cookin und Birkel, an der ich mit diesem Rezept auch teilmehme.
#SpätzleParade Die Initiative für neue Ideen rund um Spätzle. Mehr auf cookin.de/spaetzle

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