Montag, 20. Mai 2013

Rhabarberkonfetti.

Ein untrügliches Zeichen für den vorangeschrittenen Frühling ist Rhabarber. Wenn uns schon das Wetter im Stich lässt - der Rhabarber ist da. Bis vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich mit Rhabarber ausschließlich einen sauren Kompott mit Rosinen verbunden, den meine Oma früher oft gekocht hat. Da fand ich Rhabarber nicht so prima, habe ihm lange den Rücken gekehrt und inzwischen nehme ich mir jedes Frühjahr so viele Rhabarberrezepte vor, dass ich gar nicht schaffe, alles nachzubacken.

Den Anfang in dieser Saison macht ein Rhabarberstreuselkuchen mit Nuss und Zimt. Im Moment schwirren in meinem Kopf vor allem Umzugskisten herum, darum habe ich nach einem easy-peasy Kuchenrezept gesucht und bin auf dem Blog des veganen Kochbuchautors Roland Rauter auf ein Rezept für Apfelkuchen gestoßen, das es mir sehr angetan hat. Rhabarber statt Apfel geht prima und weil Zimt gar kein Weihnachtsgewürz ist, sondern immer! und viel! geht, kommt davon auch noch großzügig etwas mit hinein.

Zutaten für eine Springform á 26cm:
500-750g Rhabarber
200g Dinkelmehl
180g gemahlene Haselnüsse
200g Alsan/Margarine/Butter, zimmerwarm
170g brauner Zucker + 6 EL brauner Zucker
1 TL Zimt
1 TL Vanillezucker
1 Messerspitze Backpulver
1 Prise Salz
50g gehobelte Mandeln
1 EL Speisestärke


Den Rhabarber schälen und in Scheiben schneiden - nicht zu dünn, da der Rhabarber beim Backen ziemlich an Volumen verliert. Die Rhabarberstücke in eine Schüssel geben und mit 6 Esslöffeln braunem Zucker (weißer Zucker geht natürlich auch) vermengen und gut durchziehen lassen. Ab und an umrühren. Der Rhabarber kann so eine gute Stunde stehen.
Die Springform fetten und mit Mehl bestäuben. Das Dinkemehl, die gemahlenen Haselnüsse, Zucker, Backpulver und Salz miteinander vermengen. Die zimmerwarme Butter oder Margarine in Würfel schneiden und hinzugeben. Die Masse zu einem Teig verarbeiten. Dreviertel davon gleichmäßig auf dem Boden der Backform verteilen und gut andrücken. Nun die gehobelten Mandeln darauf geben und die Stärke darüber sieben. 
Den Rhabarber angießen und auf dem Kuchenboden verteilen, das restliche Drittel des Teiges zu Streuseln zerkrümeln und über den Kuchen geben.
Jetzt muss der Kuchen bei 180 Grad etwa 50 Minuten lang backen und freut sich anschließend über eine Puderzuckerberieselung und die Begleitung von Sahne oder Vanilleeis. Aber auch solo schmeckt er klasse - schön saftig, nussig und süß-sauer.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Kennt ihr schon die Kochcommunity Küchenplausch? Hier treffen sich Koch- und  Essbegeisterte und können sich in Foren und Chats austauschen, in Rezepten stöbern, sich mit anderen Bloggern vernetzen und an tollen Kochevents teilnehmen. Aktuell gibt es ein Rhabarberspecial und es sind schon großartige Rezepte eingegangen:

Montag, 13. Mai 2013

12 von 12 im Mai: Ostsee-Spezial

Über das lange Himmelfahrt-Wochenende war ich am Meer. Möwengekreisch im Ohr, Salzluft in der Nase und Sand im Schuh ist für mich Urlaub. Auch wenn das Wetter nicht bikinitauglich war, im Strandkorb ließ es sich gut aushalten. Weil sich mein 12. Mai hauptsächlich auf der Autobahn im Stau abgespielt hat, gibt es einfach ein kleines Wochenendurlaubsreview zu sehen.

Immerhin mit den Füßen im Wasser - auch mal ohne Schuhe, aber nur eine hundertstel Sekunde lang, weil eiskalt.


Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen. [...]


Lübeck, was für eine gute Stadt! Wunderschöne Altstadt, kleine Lädchen und astreine Marzipantorte.

Das weltbeste Eis gibt es in Timmendorfer Strand. Lustige Schilder auch.


Frischer Fisch direkt vom Kutter in Travemünde.

Tschö Ostsee, Hallo Stau. Dafür können wir jetzt alle aktuellen Radio-Hits mitsingen.


Alle anderen Beiträge zu 12 von 12 und was es überhaupt damit auf sich hat, gibt es wie immer bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Mittwoch, 8. Mai 2013

Ich ess' Blumen [ 4. Wochenrückblick ]

Ihr Lieben fragt euch vielleicht, was im Moment im Holunderweg los ist, was es mit der gähnenden Leere auf sich hat.  Stuttgart ist der Grund. Das wird in drei Wochen meine neue Stadt sein, wo ich eine grandiose Traumarbeitsstelle habe - genau das, was ich mir gewünscht und erhofft habe. Wahnsinn. Mein Herz piekt zwar schon ein bisschen, weil mir der Pott sehr fehlen wird, aber ich wusste, dass mein Aufenthalt hier erstmal nicht für immer ist. Gestern habe ich den Mietvertrag für die neue Wohnung unterschrieben und jetzt muss ich "nur noch" Kisten packen. 
Ganz nebenbei und unbemerkt ist die letzte Woche meines Ohne-Zucker-und-vegan-Experiments zu Ende gegegangen und davon möchte ich euch berichten.

30 Tage vegan

Wenn ich mich so sehr auf Pizza freue, warum mache ich mir keine vegane Pizza? Stimmt. Habe ich dann gemacht mit einem klassischen Hefeteig, mit frischem Spinat, Champignons, Tomaten und Pinienkernen - nur eben ohne Käse. Stattdesen habe ich Cashewnüsse püriert, Salz, Pfeffer und ein paar Hefeflocken untergerührt und dieses Gemisch in kleinen Nocken auf die fast fertig gebackene Pizza gegeben und so bis zum Ende gebacken - und ganz ehrlich: Das hat total gut geschmeckt. Ich konnte die einzelnen Zutaten viel stärker schmecken, die Pizza war nicht überwürzt und so gut wie nicht fettig (was meine empfindlichen Innereien sehr gefreut hat). Anders als klassische Pizza, aber tatsächlich nicht schlechter.

Jetzt wo es vorbei ist, finde ich es ganz merkwürdig wieder wie vorher  essen zu dürfen, und bisher esse ich tatsächlich auch nicht so wie vorher. Es gab zweimal Eis und auch schon Sahne, Butter und Milch - aber nicht, wenn ich gekocht habe. Auch wenn das vielleicht ein inkonsequentes Argument ist, aber ich finde es ganz anstrengend und unangenehm, wenn andere Menschen auf meine Ernährungssonderwünsche Rücksicht nehmen und daher vielleicht sogar anders kochen müssen. Und beim schicken Geburtstagsessen wollte ich nicht nur Salat essen. Aber ich habe bisher noch nicht wieder mit tierischen Lebensmitteln gekocht oder gebacken. Ich habe mich daran gewöhnt, obwohl es nur 30 Tage waren.

14 Tage 30 Tage ohne Zucker

Zweimal habe ich noch gebacken. Marmorkuchen und noch einmal die  Beerenmuffins, für die Arbeitskollegen und die Muffins zu einem Abschiedskaffeetrinken. Ich war gespannt auf die Reaktionen der Testesser und tatsächlich waren sie erst skeptisch und dann begeistert. Also immerhin 2/3. Durch den Agavendicksaft wird das Gebäck eher dunkel und schmeckt ziemlich würzig und karamellig. Daher hat einer meiner Kollegen den Marmorkuchen eher nicht so gut befunden: "Natalie, nichts gegen deine Backkünste. Aber dieser Kuchen schmeckt wie ein alter, von Weihnachten übrig gebliebener Honigkuchen." Hm. 
Jetzt sind die 30 Tage um und ich finde es auch komisch, wieder Zucker essen zu "dürfen". Es ist auch nicht so, dass ich jetzt besondere Gelüste auf Süßigkeiten oder Kuchen habe, gar nicht. Leider hatte ich auch kein Erweckungserlebnis bei dem ersten Eis oder dem ersten Schokoriegel. Irgendwie hat es nicht so recht schmecken wollen.
Agavendicksaft wird weiterhin fester Bestandteil meines Vorratsschranks sein, aber Backen werde ich wieder mit Zucker. Ansonsten ist man bei der Auswahl der Rezepte und Möglichkeiten leider ziemlich eingeschränkt. Außerdem glaube ich weiterhin nicht so recht, dass Agavendicksaft besser oder gesünder ist, als Industriezucker.

Ich möchte mich ganz herzlich für eure netten, offenen und interessierten Kommentare zu der Ich ess' Blumen-Reihe bedanken. Zuerst habe ich überlegt, das nicht hier zu dokumentieren, weil ich Sorgen hatte, es würde niemanden interessieren oder ihr könntet den Eindruck haben, ich wolle missionieren. Das liegt mir generell furchtbar fern. Aber Überlegungen zu Ernährung und vor allem damit zusammenhängende Wirtschaftskreisläufe und moralisch für mich nicht tragbare Behandlung von Tieren und Menschen sind Themen für mich, die in meinem Leben eine große Rolle spielen und ich würde mich verstecken, wenn das nicht ab und an auch Thema im Holunderweg wäre. Jedenfalls habe ich mit besonders großer Freude eure Kommentare zu diesen Beiträgen gelesen.

Jetzt packe ich meinen Koffer, es geht ans Meer. Habt  gute Tage.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Ene weitere Konfetti-und-Fanfaren-Neugkeit habe ich noch zu verkünden: Die Gewinnerin von Home Made Sommer wurde ausgelost, das war vielleicht spannend für mich. Das Buch ist bereits auf dem Weg nach Österreich zu der lieben Sabrina von Starlights in the Kitchen.


Sonntag, 28. April 2013

Ich ess' Blumen. [ 2. und 3. Wochenrückblick]

Hat jemand von euch bemekt, dass es letzten Sonntag keinen vegan-und-ohne-Zucker-Rückblick gegeben hat? Nein? Puh, gut. Falls doch: Sorry. Echt. Bei mir haben sich in letzter Zeit aufregende Dinge getan, doch dazu ein anderes Mal mehr. Dafür gibt es heute einen doppelten Rückblick auf meine kleine Challenge mit mir selbst.

30 Tage vegan
In der zweiten Woche war ich mehrmals genervt. Endlich gab es die ersten warmen Tage im Jahr und kein Eis für mich. Auch veganes Eis ist tabu, aufgrund des Zuckers. Aber es geht mir in solchen Momenten so, dass es ich kurz nervig finde, aber dann ist es auch wieder ok.
In den letzten zwei Wochen war ich einige Male unterwegs und konnte Erfahrungen im veganen Reisen sammeln. Wichtigste Erkenntnis: Vorbereitung ist alles. Bei Tagesreisen kann man sich prima Verpflegung für den Zug und unterwegs vorbereiten. Zum Beispiel Milchreis, Hirsebrei, Overnightoats, die gute alte Stulle, Salat, Obst,... In einem Weckglas oder einer Plastik-/Metalldose aufbewahrt, kann man diese Dinge gut mitnehmen. Außerdem sind Nüsse und getrocknetes Obst sehr empfehlenswert, um den Süßjieper zu bekämpfen und schwache Momente zu umgehen. Ich habe seit einiger Zeit immer eine Tüte Studentenfutter in der Tasche. Auch prima ist, sich geschnippeltes Obst einzupacken oder unterwegs welches zu kaufen. Ich habe früher immer den Ratschlag belächelt, man solle bei Appetit auf Süßes einfach etwas Obst essen. Das ist doch kein guter Ersatz - aber ist es wohl! Noch einfacher ist dieser Ratschlag sicher zu beherzigen, sobald Sommerfrüchte wie Melonen oder heimische Erdbeeren und Trauben auf dem Markt sind, aber selbst Äpfel, Birnen oder Ananas helfen über schwache Momente gut hinweg.
Auch das Thema Essen gehen ist ja schon für Vegetarier meistens schwierig, aber erst für Veganer... Auch da ist gute Vorbereitung alles. Ich habe vor meiner Reise im Internet nach veganen Restaurants und Restaurants mit veganem Angebot gesucht und bin fündig geworden. Aber auch wenn man vorher nicht die Gelegenheit hat zu recherchieren, asiatische oder arabische Restaurants bieten oftmals vegane Speisen an - auch durchaus unbewusst, weil einige Speisen dort einfach vegan sind. Ich hatte das Glück in einer Großstadt unterwegs zu sein - in meiner winzigkleinen Heimatstadt habe ich Glück, wenn es eine vegetarische Pizza gibt. Auf jeden Fall weitet sich das vegetarische und auch das vegane Angebot immer weiter aus und vor allem in großen Städten ist es inzwischen kein Problem mehr, leckere und abwechslungsreiche Speisen jenseits von Fleischgerichten zu finden. Und im Zweifelsfall bleibt immer noch Salat - unbefriedigend, aber immerhin wird man satt. 
Was ich immer mehr fertig macht, sind die anderen Leute. Die denken nämlich, man wird nicht satt. Um nochmal auf meine minikleine Heimatstadt zu sprechen zu kommen: Selbst da werde ich schon als Vegetarierin gefragt, was ich denn noch essen könne. "Alles außer Fleisch.", lautet dann meine Antwort. 

Auch als vegan lebender Mensch ist das Nahrungsangebot jenseits von Sahne, Honig, Milch und Butter mehr als reichhaltig. Klar gibt es einige Speisen, die ich jetzt nicht essen kann. Aber das ist total in Ordnung, es gibt genug anderes, was ich ausprobieren und kochen kann. Wenn ich für mich allein koche, fällt es mir überhaupt nicht auf, dass ich bestimmte Nahrungsmittel nicht esse. Sahne und Co. sind ohnehin seltene Gäste in meinem Kühlschrank.
Im Moment empfinde ich es fast als unvorstellbar, dass mein Experiment eigentlich in einer Woche vorbei ist. Es macht mir total Spaß, noch mehr als sonst über Nahrungsmittel und deren Zubereitung nachzudenken und einfallsreich zu sein. Fest steht, dass ich in Zukunft so weit es möglich ist, auf tierische Produkte verzichten möchte. Beim letzten Rückblick könnte ich das schon für's Backen sagen, und dieser Vorsatz hat sich gefestigt.

Mindestens 14 Tage 30 Tage ohne Zucker
Genau richtig. Die ersten zwei Wochen ohne Zucker haben mir so gut getan, dass ich gerne zwei weitere dran hänge. Ich habe drei Kilo abgenommen und insgesamt fühle ich mich körperlich besser. Vorher habe ich irgendwie immer meinen Magen gespürt, das fällt mir jetzt erst auf. Seit drei Wochen habe ich ein prima Bauchgefühl.
Weiterhin fällt es mir manchmal unterwegs schwer an Kuchen oder süßen Brötchen vorbeizugehen, aber das ist - wie oben schon gesagt - immer nur ein kleiner Moment, in dem ich "Hmpf" denke und dann ist gut. Ich bin ziemlich stolz, dass ich die ganze Zeit über standhaft bin. Ok, ich habe dreimal mit Agavendicksaft gebacken: Die beerigen Muffins, Apfelplunderteilchen und Marmorkuchen. Aber trotz dieser drei Backaktionen habe ich erst 1,5 Flaschen Agavendicksaft verbraucht und ich merke auch bei meinem morgendlichen Sojajoghurt mit Amaranth, dass ich inzwischen viel weniger süße als noch zu Beginn. 

Was mich nach wie vor sehr glücklich macht ist, dass ich nach dem Essen nicht mehr den starken Drang nach einer kleinen Süßigkeit habe. Ich bin total gespannt wie es nach den 30 Tagen weitergeht. Ich denke ich möchte beim Backen und im Kaffee weniger Zucker verwenden und auch weiterhin standhaft bleiben, was die Süßigkeiten unterwegs und nach den Mahlzeiten betrifft. Aber ein Eis, mal was Süßes, mit Freunden Kaffee trinken gehen und ein Stück Kuchen dabei zu essen, möchte ich mir gönnen. Wie die erste Cola schmecken wird, darauf bin ich auch gespannt.

Kulinarische Entdeckungen der Woche(n): 
Avocado: Ich dachte immer, ich mag keine Avocados..
Hafermilch: Super lecker.
Dinkel: Statt Nudeln, Reis, Couscous,... irgendwie öko, aber schmacko. Wird ins Repertoire integriert.

Fazit der Woche(n): Vorbereitung ist alles. 

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Denkt an mein Blogger-schenken-Lesefreude-Gewinnspiel. Noch bis zum 23. April um 23.59h könnt ihr teilnehmen und das grandiose Kochbuch Home Made Sommer gewinnen.



Dienstag, 23. April 2013

Home Made Sommer [ Blogger schenken Lesefreude ]

„Es darf ruhig ein bisschen unordentlich sein. Das nennt sich dann ‚home made‘.“  Yeah! Dieser Satz stammt aus dem neuen Kochbuch Home Made Sommer von Yvette van Boven. Weil Homemade genau mein Ding ist, möchte ich euch heute zum Welttag des Buches dieses Kochbuch schenken. Also einer oder einem von euch. Blogger schenken Lesefreude heißt eine Aktion, die anlässlich des heutigen Tages ins Leben gerufen wurde. Buchverrückte und Buchliebhaber verlosen ein Buch unter ihren Lesern. Ich möchte Home Made Sommer verlosen, weil es ganz wunderbar ist und mich sofort verzückt hat. Wieso?





Stellt euch einen lauschigen Sommerabend vor. Lampions hängen in den Bäumen, Grillen zirpen und irgendwo im Hintergrund raucht noch der Grill. Mit euch am Tisch sitzen liebe Freunde, die Familie, es gibt viel zu lachen. Ihr habt ein leckeres Getränk vor euch und stippt noch ein letztes Mal das selbstgebackene Brot in einen Rest Sauce auf eurem Teller.
Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen von Yvette van Bovens neuem Kochbuch Home Made Summer. In den Kategorien Frühstück/Brunch/kleine Mahlzeiten, Kuchen, Drinks, Snacks und Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts werden Rezepte mit saisonalen Zutaten präsentiert, die alle einfach und bodenständig, aber trotzdem raffiniert sind. Es sind Rezepte für Sommertage, an denen man nicht lange in der Küche stehen möchte - und wenn doch, dann mit helfenden Händen, die alle eines der kleinen Gerichte vorbereiten, während draußen der Grill angefeuert wird. 
Die Niederländerin Yvette van Boven ist in Irland aufgewachsen und lebt heute abwechselnd in Paris und Amsterdam, wo sie ein Restaurant betreibt. Yvette nimmt uns Leser mit auf eine Reise an die Orte und zu den Personen ihrer Sommer, die sie hauptsächlich in der Provence, aber auch in Paris und Amsterdam verlebt. Regionale Einschläge dieser Küchen zeigen sich in ihren Rezepten. So finden sich in Home Made Sommer hauptsächlich provenzalisch-mediterrane Gerichte, wie etwa Tartes, klassische Gemüsegerichte mit Auberginen und Zucchini, Polenta, selbstgebackenes Brot und Salate. Dazu sind auch viele Gerichte mit Rind- und Lammfleisch sowie Fisch und Meeresfrüchten vertreten. Aber auch orientalische und asiatische Einflüsse finden sich hier wieder. Die Rezepte sind so angelegt, dass sie lediglich einzelne Komponenten darstellen und so zu individuellen Gerichten und Menüs zusammengestellt werden können.
Zu einigen besonderen Gerichten gibt es detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, bei denen jeder Arbeitsgang auch fotografisch dargestellt ist. Selbst gemachten Macarons, Eclairs oder auch Quark steht nun nichts mehr im Wege.
Ganz besonders sind die Fotos und Illustrationen. Zu jedem Rezept gibt es ein Foto oder eine Illustration, die das Gericht oder seine Zubereitung zeigt. So entsteht ein spannender Kontrast zwischen den verspielten, aber doch erwachsenen Fotos und den kindlich anmutenden Illustrationen. Zudem wird sehr stark mit Schriftarten gespielt und das alles, ohne dass das Buch überfrachtet wirkt. Home Made Sommer ist ein sehr schönes und anregendes Kochbuch, das immer wieder zum Schmökern einlädt.

 Meine fünf Lieblingsrezepte:
*Strawberry Shortcake
*Minz-Limonade
*Tatin mit Aubergine, roter Zwiebel und Pinoli
*Polentapizza mit Ratatouille
*heißes Schokotörtchen mit flüssigem Kern und Himbeersauce

Wer ein Exemplar von Home Made Sommer* gewinnen möchte, hinterlässt bitte unter diesem Beitrag bis zum 30. April um 23.59h einen Kommentar. Verratet mir darin, was euer liebstes Sommergericht oder -getränk ist. Teilnehmen darf jeder über 18 Jahre mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wer das Gewinnspiel auf Facebook teilt, hüpft doppelt in den Lostopf. Falls ihr euch nicht im Kommentar mit eurem Blog verlinkt, schreibt bitte eure Mailadresse hinzu.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

*Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt. 


Montag, 22. April 2013

Komm, lass' uns picknicken!

Endlich ist es soweit. Am Wochenende habe ich meinen Wintermantel nun hoffentlich endgültig im Kleiderschrank verstaut und die Picknickdecke aus ihrem Winterquartier hervorgeholt. Ich freue mich auf warme Tage auf der Wiese im Park, im Zoo, beim Erklettern von Halden und Grillen im Garten. Bis es soweit ist, erkoche ich mir den Sommer schon einmal.
Für die kommenden Sommertage, für drinnen und draußen, für einen allein oder eine ganze Horde habe ich hier ein kleines Picknick-Menü aus dem wunderbaren Kochbuch Home Made Sommer von Yvette van Boven zusammengestellt. Gereicht werden Quninoa-Bratlinge, dazu einen Dinkelsalat mit mediterranem Gemüse und zum Nachtisch Apfelplunder.
Für die Quinoabratlinge benötigt ihr:
175g Quinoa
2 Eier (oder 2 TL Johannisbrotkernmehl mit 150ml Wasser verrührt)
1 kleine Zucchini oder 1/2 größere
eine halbe Dose Mais
wer mag: 75g Feta
etwas fein gehackter Schnittlauch und Petersilie (etwa 15g)
1 kleine Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 TL Paprikapulver
1/2 TL Backpulver
75g Paniermehl
Salz und Pfeffer
Olivenöl zum Frittieren

Die Quinoa nach Packungsanleitung kochen. In der Zwischenzeit Schalotte und Knoblauch fein würfeln und die Zucchini raspeln. Die beiden Eier verquirlen (oder Johannisbrotkernmehl mit Wasser verrühren und kurz quellen lassen) und zusammen mit der gekochten Quinoa, den Kräutern, dem Gemüse, den Gewürzen, dem Knoblauch und der Schalotte in einer Schüssel vermengen.
Backpulver und Paniermehl hinzugeben und einige Minuten stehen lassen. Zum Schluss den Feta zerkrümeln und vorsichtig unterheben.
In einer Pfanne Olivenöl erhitzen - der Pfannenboden sollte gut bedeckt sein. Aus der Quinoamasse nun mit der Hilfe von zwei Esslöffeln oder mit den Händen Bratlinge formen. Diese können rund oder Čevapčići-mäßig geformt sein und auch bei der Größe könnt ihr euch austoben. Ich habe kleine Röllchen geformt, die man gut mit der Hand essen könnte.
Die Bratlinge einige Minuten im heißen Fett frittieren, bis sie von allen Seiten schön braun sind. Danach könnt ihr die Bratlinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen bei etwa 100 Grad im Ofen warm halten, bis die komplette Quinoamasse verarbeitet ist.

Als Beilage habe ich einen super leckeren mediterranen Salat mit Dinkel, Aubergine und Zucchini ausgewählt.

Für vier Personen als Beilage werden folgende Zutaten benötigt:
2 mittelgroße Auberginen
2 mittelgroße Zucchini
100g Dinkel (dieser muss vorher über Nacht eingeweicht werden)
1 Schale Cherrytomaten
100g Kalamata-Oliven
5 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer
4 EL gehackte Minze

für das Dressing:
50ml Olivenöl
Saft von einer Zitrone
1/2 TL Paprikapulver
1 TL Zucker (oder 1/2 TL Agavendicksaft)

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Auberginen und Zucchini würfeln, auf einem Backblech verteilen und salzen und pfeffern. Mit Olivenöl beträufeln und das Gemüse einmal durchmengen. Für 30 Minuten in den Backofen schieben, bis das Gemüse schön braun ist.
Den Dinkel in einem Topf mit reichlich Wasser und etwas Salz kochen, vorgequellt ist er etwa nach 20 Minuten gar. Sobald der Dinkel al dente ist, in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. 
Das Dressing anrühren und mit dem Dinkel, dem Ofengemüse, den geviertelten Tomaten und den Oliven in einer Schüssel vermengen. Der Salat sollte nun etwa eine Stunde ziehen, zum Schluss die Minze darübergeben und servieren.

So ein gutes Essen verlangt geradezu nach einem Nachtisch. In Home Made Sommer gibt es ein Ratzfatz-Rezept für Aprikosenplunder, aber weil es noch keine saftigen Sommeraprikosen gibt, habe ich einen Apfelplunder gebacken.
Als Zutaten für den Teig braucht ihr
175g Mehl
125g kalte Butter (oder Alsan)
1 EL Zucker (oder Agavendicksaft)
1 Prise Zucker
3 EL eiskaltes Wasser

und für die Füllung: 
2 mittelgroße Äpfel (oder anderes Obst nach Wahl)
3-4 EL Zucker (oder 2-3 EL Agavendicksaft)
1 Prise Salz

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Zutaten für den Teig vermengen und so lange kneten, bis ein geschmeidiger Mürbeteig entstanden ist. Diesen formt ihr zu einer Kugel und lasst ihn im Kühlschrank 30 Minuten ruhen.
Die Äpfel entkernen und in Spalten schneiden und mit dem Zucker/Agavendicksaft und einer Prise Salz vermengen. Ich habe noch etwas Zimt hinzugegeben. 
Den Teig aus dem Kühlschrank holen. Diesen vierteln, halbieren oder ganz lassen - je nachdem wie viele Plunderteilchen in welcher Größe ihr backen möchtet - und ausrollen. Die Teigstücke anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und in der Mitte spiralförmig die Apfelspalten verteilen. Es sollte ein Rand von etwa 2 cm frei gelassen werden, der dann über die Äpfel geschlagen wird. 
Die Küchlein nun etwa 35 Minuten backen lassen. Noch warm mit Ahornsirup oder Puderzucker bestreut servieren. Sehr fein passt eine Kugel Vanilleeis zu den Plunderteilchen.

P.S. Ihr habt vielleicht schon davon gehört oder gelesen: Morgen ist der Welttag des Buches und an diesem gibt es eine großartige Aktion: Blogger schenken Lesefreude. Daran beteilige ich mich furchtbar gerne und möchte euch nicht nur Lese-, sondern auch Kochfreude schenken. Darum gibt es morgen ein tolles Buch für euch zu gewinnen und vielleicht erratet ihr ja schon, welches ;)

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Dienstag, 16. April 2013

Beerige Muffins mit Knusperflocken

Ok gut, ohne Kuchen kann ich nicht. Ich geb's ja zu. Aber eine schöne, dampfende Tasse Tee in der einen und einen Muffin in der anderen Hand und durch das Fenster blinzelt die warme Sonne herein - hach, das Leben ist ganz gut, oder? Also dachte ich mir, so ein Sonntag ohne Kuchen ist doch nichts und zwei Wochen ohne Kuchen sind nun auch mal genug. Bloß: Wie backt man einen veganen, zuckerfreien Kuchen? Austauschen lautet die Devise. Statt Kuhmilch Pflanzenmilch, statt Butter Margarine. Die Eier lassen wir einfach weg und nehmen stattdessen etwas Natron zusätzlich zum Backpulver. Den Zucker habe ich durch Agavendicksaft ersetzt, Reissirup würde ebenfalls gehen. Heraus kamen fluffig-zarte, beerig-karamellige Muffins, die mein Kuchenherz erwärmen.
Das Rezept habe ich auf dem Blog Ab jetzt vegan entdeckt und es ein wenig abgewandelt.
Folgende Zutaten benötigt ihr für sechs Muffins:
150g Weizen- oder Dinkelmehl
1 TL Backpulver (bei mir wie immer Weinstein-Backpulver)
1 TL Natron
1 Prise Salz
75g Beeren (ich habe eine TK-Beerenmischung genommen; nur Heidelbeeren oder Himbeeren, TK oder frisch, gehen natürlich auch)
75ml Agavendicksaft*
75ml Pflanzenmilch*
25g Alsan (eine vegane Margarine mit buttriger Note) oder Pflanzenmargarine

Für die knusprigen Haferflocken
1 TL Pflanzenmargarine/Alsan
2 EL Haferflocken
1 EL Ahornsirup

*Statt der pflanzlichen Alternativen lassen sich ebenso gut Kuhmilch und Butter verwenden. Anstelle des Agavendicksafts könnt ihr für den Teig 60g Zucker nehmen.

Den Ofen auf 170 Grad (Umluft) vorheizen. Zunächst alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel vermengen. Die Margarine schmelzen und mit dem Agavendicksaft und der Pflanzenmilch zum Mehlgemisch geben und vermengen. Die Beeren vorsichtig unterheben. Den Teig in die Muffinförmchen füllen.
Für die Knusperflocken vermischt ihr die Haferflocken mit dem Ahornsirup und der Margarine und gebt die Streusel auf den Teig. Nun müssen die Muffins etwa 20 Minuten backen.

Ich verrühre Muffinteig immer mit einem Teigschaber so, dass sich die flüssigen und die trockenen Zutaten grade eben vermengt haben - so werden die Muffins besonders fluffig.
Das war mein zweiter Backversuch ohne Ei und ich bin total überrascht, dass die Küchlein so lecker und luftig werden.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie