Dienstag, 21. Juli 2015

Pfirsicheistee mit Minze.
Für Meeresrauschenlauscher & Sommerverliebte.

Sommerberufungen:

Hängemattenschaukler, Meeresrauschenlauscher, Füßeimsandverstecker. 
Vielzuspätessengeher, Klippensitzer, Sonnenuntergangbetrachter. 
Sandburgenbauer, Bücherleser, Mithändenundfüßenfrühstückbesteller.
Zeitfürimmerfesthalter, Sonnenanbeter, Barfußgeher.
Muschelsammler, Bergerkletterer, Biergartensitzer.
Nichtinsbettwoller, Nichtnachhausewoller, Zeitumkehrer.
Postkartenschreiber, Eiswettesser, Melonenverschlinger.
Sternschnuppenzähler,  Regenvergesser, Sichallesvorstellenkönner.
Balkonienentdecker,  Tretbootfahrer, Tiefseeforscher.
Sommerverliebter, Eisteetrinker, Urlauber.
 


Ich bin kein Sommertyp. Als Kind und danach, im Freibad oder am Meer, war ich immer die arme Wurst, die mit einem nassen Lappen auf dem Kopp unter dem Sonnenschirm sitzt und den anderen beim Sandburgerbauen, Volleyballspielen und anderem Sommerkrams zuguckt. Aber man kann sich an konstant über 30 Grad gewöhnen. Ich habe vergessen, wie man sich Socken und richtige Schuhe anzieht, schlürfe Eistee und wünsche mir, dass der Sommer noch ewig dauert.


Zutaten für etwa 1,5l Pfirsicheistee

4 große Pfirsiche, ca. 500g
2 Teebeutel (heller Früchtetee, etwas mit Apfel zum Beispiel, und/oder ein sanfter Kräutertee; man kann auch beides prima mischen)
ein kleines Stück Ingwer
1-2 Pfefferminzstiele (mindestens 10 Blätter Minze)
2 Zimtblüten oder ein kleines Stück Zimtstange (oder eine Messerspitze gemahlenen Zimt)
etwa 5 Kardamomkapseln
2 TL Agavendicksaft oder Rohrzucker (je nach eigenem Geschmack und Reife der Pfirsiche)
2 x 750ml Leitungswasser


Die Pfirsiche waschen, entkernen und in Stücke schneiden. In 750ml Wasser aufkochen lassen, einen TL Zucker oder Agavendicksaft hinzugeben und 30 Minuten bei wenig Hitze sacht köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Kardamomkapseln im Mörser zerstoßen, die Zimtblüten auch ein oder zwei Mal ganz grob zerstößeln. Den Ingwer  (ein 1-2cm großes Stück) in Scheiben schneiden und mit der Minze, den Gewürzen (das Stück Zimtstange, sollte ihr eines verwenden, bleibt ganz) und einem TL Agavendicksaft oder Rohrzucker in eine Karaffe oder Schüssel geben. 750 ml Wasser zum Kochen bringen, in die Karaffe gießen und die beiden Teebeutel darin 5 Minuten ziehen lassen.

Die Teebeutel entfernen und den Gewürztee durch ein Sieb abgießen. Wer mag, kann anschließend wieder einige Minzblätter und Ingwer zum Tee geben.

Die Pfirsiche nach einer halben Stunde ebenfalls durch ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen. Die Pfirsiche kann man anschließend noch mal in etwa 500 ml aufkochen und ziehen lassen, dann hat man sofort wieder eine Grundlage für die nächste Kanne Eistee.

Tee und Pfirsichsaft werden nun zusammengegossen. Lasst den Eistee gut abkühlen und serviert ihn mit Eiswürfeln, ein paar Blättchen Minze und eventuell Pfirsichscheiben.


Ich wünsche euch Schönes und dass der Sommer noch so lange dauert, dass wir das alles sein können.

Natalie

Freitag, 10. Juli 2015

10 Dinge, die man im Sommer in der Küche machen kann. Oder: Quiche mit Rote Bete, ihren Blättern und Feta.

1. Salat
2. Wassermelone aufschneiden oder
3. eine halbe, eisgekühlte Wassermelone aushöhlen und sich die Melonenschale als kühlenden Helm auf den Kopf setzen
4. sich zur Abkühlung auf die Fliesen legen
5. den Kühlschrank aufräumen und ihn dabei eingeschaltet lassen
6. einen Eimer Wasser auf dem Boden verschütten, die Tiefkühltruhe aufmachen und warten, bis eine gleichmäßige Eisschicht entstanden ist, dann:
7. Disco on the rocks
8. Curling
9. mit Eiswürfeln jonglieren
10. ein dreigängiges Dinner für 10 Personen kochen


In meinem Kopf singt Farin Urlaub "Es ist zu heiß für den Straßenkampf" und ich denke, dass er dieses Lied extra für den heutigen Tag geschrieben hat. Es ist Sonntag, knapp 40 Grad und ich werde gleich zum dritten Mal an diesem Tag duschen. Und ich koche ein Dreigangmenü für 10 Personen. Ganz in echt, ohne offenen Kühlschrank, aber gemeinsam mit meiner wunderbaren Bürokollegin.

Wir zelebrieren nämlich in unserer Redaktion "Das perfekte Kollegendinner" - alle zwei Monate ist ein Büroteam dran und irgendwer muss ja auch im Sommer. Es rechnet schließlich auch niemand damit, dass es wirklich Sommer wird. Ist es aber und der Backofen bollert vergnügt schon den ganzen Nachmittag bei 200 Grad und 1 Kilo Zucchini in hauchdünnen Scheiben sind angebraten. Es gibt einen Zustand nach Schwitzen. Wenn der Körper beginnt, seinen Aggregatzustand zu wechseln.

Aber dann sitzt man an einer langen Tafel im Garten mit nicht zusammenpassenden Stühlen, die Blumen haben den Tag nicht so gut überstanden und endlich klingen Eiswürfel in den Gläsern mit Melonencocktails und Hugo. Es wird ein schöner Abend, das ist jetzt schon klar. Gelächter hallt an den Häuserwänden der Nachbarn wieder. Während Schwalben über unsere Köpfe düsen, gibt es den ersten Gang: Rote Bete Quiche mit Grün und Feta. Aufgeregt habe ich die Quichestücke auf die Teller balanciert, mir selbst das erste, verünglückte aufgetan. Ahs und Ohs, es schmeckt. Ich springe auf, wollte doch eigentlich Fotos vom Essen machen! Mache ich, improvisiert. Vom verunglückten Stück und der angeschnittenen zweiten Quiche.


 Für den Quicheboden

100g Haferfocken
50g Reismehl
50g gemahlene Mandeln
2 EL Leinsamen
1/2 TL Salz
75g Kokosöl (oder Butter)
4 EL kaltes Wasser

Zutaten für die Füllung
450g Rote Bete (etwa 2-3 mittelgroße Knollen, es kommt nicht aufs Gramm genau an) wichtig ist, dass ihr sie mit dem Grün, also den Blättern kauft, denn:
1 Bund Rote Bete-Blätter (solltet ihr kein Rote Bete Grün bekommen, könnt ihr auch Mangold oder Spinat nehmen, etwa 300g)
3 Eier
150 ml Milch
100g Feta
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
einige Zweige (4-5) Thymian oder 1 TL getrockneter Thymian
2 TL Apfelessig
etwa 10 Walnusskerne
etwa 10 Minzblätter
Salz, Pfeffer
1 EL Butter
Die Haferflocken, Leinsamen, gemahlenen Mandeln, Reismehl und Salz in einen Multizerkleinerer/Foodprozessor geben und so lange zerkleinern, bis die Zutaten zu einem Mehl geworden sind. Gib das Kokosöl (bzw. die Butter) dazu und zerkleinere die Masse noch einmal, bis die Butter in kleinen Flocken untergehoben ist. Dann das Wasser hinzufügen und dann so lange mixen, bis ein homogener Teig entsteht. Nehmt den Teig heraus - wenn ihr ihn zu einer Kugel formen könnt, hat er die richtige Konsistenz. Wenn nicht, knetet nach und nach einige Teelöffel Wasser unter.
Legt den Teig zwischen zwei Blätter Backpapier, aber erstmal zur Seite (nicht in den Kühlschrank).

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Teig zwischen den beiden Lagen Backpapier ausrollen. Sollte das nicht funktionieren, ist der Teig vielleicht noch zu trocken, dann müsstet ihr noch einige TL Wasser unterkneten. Oder ihr drükt den Teig Stück für Stück mit den Händen in die Quicheform. Stecht den Teig dann mit einer Gabel einige Male vorichtig ein und backt ihn dann 10 Minuten blind. Hierbei bedarf es keiner Erbsen o.ä. zum Blindbacken.
Holt anschließend die Form wieder aus dem Backofen und stellt sie kurz zur Seite.



Die Blätter und Stiele von den Rote Bete-Knollen trennen und die Blätter waschen; die Stiele braucht ihr nicht.
Etwa 3 mittelgroße oder 4 kleine Knollen Rote Bete schälen - man kann dazu Handschuhe benutzen, muss es aber nicht. Nach maximal drei Mal Händewaschen hat sich die Färbung der Hände erledigt.
Entweder könnt ihr die Rote Bete nun raspeln, mit dem Multizerkleinerer zerkleinern oder fein hacken. Dreiviertel der Rote Bete verteilt ihr dann auf dem Quicheboden.

Schneidet das Rote Bete-Grün in Streifen - diese müssen nicht fein sein, da die Blätter, wie Spinat, beim Garen sehr in sich zusammenfallen.
Schält und würfelt die Rote Zwiebel und schwitzt sie gemeinsam mit den Thymianzweigen in einer Pfanne und einem EL Butter an. Sobald die Zwiebeln durchsichtig sind, könnt ihr die gehackten Knoblauchzehen dazugeben. Etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze anschwitzen, anchließend 2 TL Apfelessig und die Blätter der Rote Bete hinzugeben. Diese werden so lange in der Pfanne gegart, bis sie in sich zusammenfallen. Nun noch die Thymianzweige heraussammeln, das Blattgemüse salzen und pfeffern und auf die Rote Bete in der Tarteform geben. Darauf verteilt ihr anschließend die restliche gehackte Rote Bete.

Füllt 150 ml Milch in eine kleine Schüssel, hackt die Minze und gebt sie dazu. Den Feta zerkrümeln und ebenfalls in die Milch geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Masse leicht überwürzt ist, ist sie ausreichend gewürzt.  Schlagt nun die Eier hinein und verührt alles gut miteinander. Diese Masse wird nun gleichmäßig über das Gemüse in der Quicheform gegossen. Die Quiche muss dann etwa 35 Minuten backen und sollte vor dem Servieren etwas abkühlen.

Tipp: Wem der Quicheboden zu aufwendig oder zu zutatenintensiv ist, der kann diese Quiche natürlich auch wunderbar mit einem Mürbeteigboden backen, wie bei dieser Spargel-Quiche oder dieser Rosenkohl-Petersilienwurzel-Quiche.


Was macht für euch einen perfekten Sommerabend aus?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Dieses Rezept stammt von einem der schönsten Blogs der Welt: Green Kitchen Stories. Unbedingt mal reinschauen!

Montag, 22. Juni 2015

Über die Notwendigkeit von Schaukeln und Eis.
Erdbeer-Sorbet mit Basilikum

Ich fahre morgens mit dem Bus zur Arbeit. Eigentlich könnte ich auch laufen und das habe ich mir auf jeden Fall auch vorgenommen für "wenn es mal warm ist". Jetzt denke ich jeden Morgen, dass es ja sicherlich noch öfter warm sein wird.

Würde ich nicht Bus fahren, hätte ich außerdem schon viel verpasst. Zum Beispiel in der letzten Woche das hier:

Der Bus hält an und eine Frau stieg aus. Ein kleiner Junge, etwa zweieinhalb Jahre alt, fragte seine Mama, wo die Frau denn hingehe. Die Mutter antwortet: "Na, die Frau muss vielleicht wohin."
"Vielleicht zum Spielplatz", sagt der Junge.

Das hat mir das Herz gebrochen. Weil es der Junge so süß gesagt hat. Und weil es so wahr ist. Ich glaube, wir alle müssen mal öfter zum Spielplatz gehen. Schaukeln. Rutschen. Seilbahn fahren. Dem Karusell so viel Anschwung geben, dass es ganz bestimmt gleich abhebt. Eine Rolle vorwärts machen, die ganz Mutigen auch rückwärts.

Ist das so ein Generation Y-Krams, weil wir nicht erwachsen werden wollen? Vielleicht. Immer hat man als Kind gehört und gedacht: "Wenn ich mal groß bin, dann..." Dann ist man plötzlich groß. Und nun? Denkt man "Achso, huch. Dass isses jetzt? Ok, hm. Dann nehme ich bitte doch noch ein Eis dazu."

Oder man zieht das Erwachsenending einfach durch. Es ist ja nicht alles schlecht. Ich bin erleichtert, dass ich niemandem mehr beweisen muss, dass ich cool bin. Bin ich nicht. Ich ziehe die Klamotten an, die ich mag, höre die Musik, die ich gut finde und es ist ok, keine Gruselfilme zu mögen und gerne zu viel Kuchen zu essen. Man muss und man darf viel, das ist meistens schön und manchmal eine Last. Und wenn es zu viel Last wird - sollte man mal wieder Schaukeln gehen. Oder ein Eis essen.


Erdbeersorbet mit Basilikum Rezept Eis ohne Eismaschine vegan Holunderweg18

Zutaten für vier Portionen Erdbeersorbet mit Basilikum

500g Erdbeeren
60g Zucker
etwa fünf große Stiele Basilikum oder gute zwei Hände voll Basilikumblätter
Saft einer halben Zitrone
100ml Wasser

Zubereitungszeit: 10 Minuten, Gefrierzeit: etwa 4 Stunden

Die Erdbeeren waschen und pürieren - wer nicht viel Zeit hat, friert die Erdbeeren vorher ein und lässt sie dann antauen, dass er sie prüreren kann. So geht das Gefrieren des Sorbets schneller. Wer eine Edelstahlschüssel oder Kastenbackform nimmt, um darin das Sorbet herzustellen, kann diese etwa eine Stunde vor der Zubereitung schon mal ins Gefrierfach stellen.

Den Zucker mit 100ml Wasser aufkochen, etwa 5 Minuten köcheln und dann abkühlen lassen.
Die halbe Zirone auspressen und den Saft gemeinsam mit dem Zuckersirup zum Erdbeerpüree geben. Gut durchrühren oder noch einmal kurz prürieren.

Das Basilikum fein hacken - ich habe es nicht mit püriert, weil ich gerne noch erkennbare Stücke im Sorbet haben wollte. Wer Zeit sparen möchte, kann die Basilikumblätter aber auch einfach mit den Erdbeeren zusammen pürieren. Das gehackte Basilikum unter das Erdbeerpüree rühren.

Erdbeersorbet mit Basilikum Rezept Eis ohne Eismaschine vegan Holunderweg18


Die Erdbeermasse in die (vorgefrorene) Schüssel geben und ins Gefrierfach stellen. Damit das Sorbet nicht einfach ein fester Eisbrocken wird, muss es alle 30 Minuten gut durchgerührt werden. Insgesamt braucht das Sorbet etwa vier Stunden, bis es fertig ist. Dann könnt ihr es kur antauen lassen und mit einem Löffel oder Eisportionierer leicht aus der Schüssel oder Form lösen und servieren.

Ich wünsche euch Schönes und Schaukelmomente

Natalie

Donnerstag, 18. Juni 2015

Quiche mit grünem Spargel und Tomaten

Heute gibt es keine Geschichte. Kein Einleitungstamtam. Nur eine Bitte: Macht dieses Rezept nach, lasst es in euer Herz und euren Bauch. 

Neben Spargel-Rucola-Flammkuchen ist diese Quiche eines meiner Spargellieblingsessen und eigentlich eines meiner Lieblingsessen überhaupt. Nur für diese Quiche blockiere ich, ab nächster Woche wieder, für mindestens ein halbes Jahr die Kühltruhe mit grünem Spargel, damit ich sie noch oft essen kann. Ich erzähle allen, die es hören wollen und auch denen, die es nicht hören wollen, dass diese Quiche der Oberknaller ist und sie sie nachbacken müssen. Warum ich euch dieses Rezept bisher vorenthalten habe? Unfähigkeit.

Ich kann  nicht so gut flache Sachen fotografieren. Aber ich habe geübt und im Jahr 3 n.Q. (nach der Quicheerleuchtung) ist es soweit. Hier isse: DIE Quiche mit grünem Spargel und Tomaten.


Rezept Spargelquiche mit Tomaten vegetarisch Holunderweg18


Zutaten für eine Quiche

Teig:

250g Dinkel- oder Weizenmehl
125g kalte Butter
1 TL Salz
6 EL Wasser

Füllung:

500g grüner Spargel
300g Cherrytomaten
1 Bund Petersilie
100g Schmand
100ml Sahne
50g Parmesan oder Pecorino
2 Eier
Salz und Pfeffer

Die Zutaten für den Teig zu einem weichen, geschmeidigen Mürbeteig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Einen großen Topf Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Die Spargelenden abschneiden und die Spargelstangen kurz (1-2 Minuten) im gesalzenen Wasser blanchieren. Aus dem Wasser nehmen und in einem Sieb zwischenlagern.

Sahne und Schmand gut miteinander verrühren. Den Käse reiben, die Petersilie hacken und beides zum Schmand-Sahnegemisch geben. Kräftig salzen und Pfeffern - die Füllung darf auf jeden Fall leicht überwürzt sein, dann ist die Quiche später genau richtig gewürzt. 
Die beide Eier in die Masse schlagen und gut verrühren. Das geht besonders gut mit einer Gabel.

Die Cherrytomaten waschen und halbieren. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auswickeln und auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, sodass er in eure Quicheform passt. Legt die Form anschließend mit dem Mürbeteig aus - sollte am Rand zuviel Teig überstehen, könnt ihr zum Beispiel den Rand doppelt auslegen oder den überschüssigen Teig nicht zu knapp über dem Rand der Form abschneiden.



Legt nun den Boden mit den halbierten Tomaten aus; sie dürfen gerne dicht an dicht den Quicheboden bedecken. Anschließend die Spargelstangen darauf legen und dann die Füllung gleichmäßig darübergießen.

Die Quiche muss nun 60 Minuten backen. Sollte sie euch zu dunkel werden, deckt sie einfach während des Backens mit Backpapier ab. Vor dem Servieren sollte sie noch etwas auskühlen.



Habt ihr euch auch noch einen Haufen Rezepte für den Endspurt der Spargelsaison vorgenommen? Und wenn ja, welche?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Entdeckt habe ich das Rezept bei Fräulein Klitzeklein und habe es vegetarisch abgewandelt. Bei Klitzekleins heißt Quiche übrigens "Quiiiietsch", bei Holunderwegs "Kwischi".

Freitag, 12. Juni 2015

Spinatsalat mit Datteln nach Ottolenghi



Es ist heiß, ich möchte ins Freibad. Mit Anlauf eine Arschbombe vom Einer machen – achso nee. Ich bin ja nicht mehr 8. Aber ich gehe trotzdem, finde einen Schattenplatz. Komisch, dass sonst niemand unter diesem Baum liegt. Ich suche Boden und Baum nach einer auffälligen Ameisen-, Spinnen-, Bienen- oder Zeckenpopulation ab. Nichts. Zufrieden breite ich meine Picknickdecke aus, packe Buch, Zeitschrift, iPod und Stift zum Rätseln aus. Hinlegen, Augen zu, hach, ist das schön. Aber heiß, pffff. Also packe ich alles wieder ein und stakse über die Wiese zum Becken. Statt blauem Wasser prustende, schreiende, Bälle und andere Kinder durch die Gegend werfende Kinder. Eltern, schreiend, pubertierende Jungs,  arschbombend, und ich. Zitternd. Knietief im Wasser, um mich herum wogt die abkühlungswütige Menge. Ein kleines Kind spritzt mich nass, womöglich versehentlich, ich hole Luft und will ihm sagen, dass es MICH NICHT NASSZUSPRITZEN HAT, GEFÄLLIGST!, während hinter mir ein Junge mit Anlauf vom Rand ins Becken springt, eine beachtliche Welle auslöst, die mich überflutet. Ich japse, der Schwimmmeister trillert mit rotem Kopf in seine Pfeife.

Sommer  ist erst im Freibad, auf dem Balkon, im Garten, Park oder am See und, für die ganz glücklichen, am Meer so richtig Sommer. Ihn von drinnen zu beobachten  kann man machen, aber irgendwie muss man raus und dabei sein.
Viele sagen immer, dass sie bei großer Hitze gar nichts essen können – ein Gefühl, das ich nicht kenne. Also nichts essen können.  Salat geht dann immer, aber es darf dann auch mal etwas Besonderes sein – zum Beispiel Spinatsalat mit Datteln und Fladenbrotcroutons, frei abgewandelt aus Yotam Ottolenghis „Jerusalem“:

Für zwei Portionen

300g Blattspinat

ein Stück Fladenbrot, etwa 100g
2 EL ganze Mandeln oder Mandelstifte
1 TL Garam Masala
1 Chilischote oder 1/2 TL Chiliflocken
etwas Salz
2 EL Olivenöl oder 1 EL Butter + 1 EL Olivenöl

1/2 rote Zwiebel
100g Datteln
3EL Apfelessig
etwas Salz

2 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
1 TL Agavendicksaft oder Honig
etwas Salz

Die rote Zwiebel fein würfeln, die Datteln entsteinen und ebenfalls in Stücke oder Streifen schneiden. In einer Schüssel mit dem Apfelessig und dem Salz vermengen und 30 Minuten ziehen lassen.

Den Spinat gut waschen, abtropfen lassen und anschließend die Stiele von den Blättern trennen. 

Anschließend das Fladenbrot würfeln - ich habe es längs aufgeschnitten und beide Hälften gewürfelt. Das Öl in der Pfanne erhitzen und das Fladenbrot darin anrösten. Die ganzen Mandeln grob hacken oder gestiftelte Mandeln verwenden, diese dann auch in die Pfanne geben und mit dem Fladenbrot rösten lassen. Wenn alles schön braun und knusprig ist, die gewüfelte frische Chili oder die Chiliflocken in die Pfanne geben, salzen und einen Teelöffel Garam Masala hineingeben, alles gut umrühren und beiseite stellen.

Die Dattel-Zwiebelmischung in einem Sieb abtropfen lassen und wieder in eine Schüssel geben. Mit 2 EL Olivenöl, 2 EL Zitronensaft und 1 TL Agavendicksaft anrühren und mit Salz abschmecken. Das Dressing mit dem Spinat vermengen und mit dem Fladenbrotmandelknusper anrichten.

Weil Spinat viel Nitrat einlagert, dass zu giftigem Nitrit umgewandelt wird, ist es sinnvoll, bei Spinat immer zur Bio-Variante zu greifen, da hier weniger Nitrat enthalten ist.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Freitag, 5. Juni 2015

In der Tarte: Rhabarber.
Rhabarbertarte mit Saurer Sahne.

Ob man merkt, dass man alt wird, weil man öfter mal denkt oder sogar sagt: "Kinners, wie die Zeit vergeht!"? Falls das ein Indikator ist, bin ich von akuter Omaisierung betroffen. 
Es ist schon wieder Mtte Juni, also so gut wie, wann sind eigentlich all die Bäume so grün geworden, die Rosen verblühen ja schon fast wieder und ich habe wieder mal verpasst, mir rechtzeitig einen neuen Bikini und Sandalen zuzulegen. Die Zeit rast und immer habe ich das Gefühl, meine Zeit nicht gut genug zu nutzen, nicht genug zu erleben und den Moment nicht ausgiebig zu genießen. Und dann gibt es so einen Moment, wie gestern Abend im Biergarten mit am Himmel düsenden Schwalben und der roten Sonne, die hinter dem Kesselrand von Stuttgart untergeht. Doch auch dieser Augenblick vergeht und man kann ihn nicht festhalten. Weil die Zeit so rast.

Weniger dramatisch, aber doch betrüblich ist, dass sich die Spargel-, Erdbeer- und Rhabarbersaison schon wieder dem Ende entgegen neigt. Kinners, wie die Zeit vergeht! Geht es euch auch so, dass ihr schon wieder viel zu viele Rezepte nicht ausprobiert habt? Falls das so ist, habe ich einen Rhabarberreminder für euch. Und leider noch ein Rezept, das ausprobiert werden muss.





Für eine Tarte oder etwa 10 Tartelettes benötigt ihr folgende Zutaten:

Teig:
125g Mehl
50g kalte Butter + etwas Butter für die Form
40g Zucker
1 Ei
2 EL kaltes Wasser
eine Prise Salz

Die Zutaten (bis auf die 2 EL Wasser) vermengen und zu einem festen, geschmeidigen Mürbeteig verkneten. Sollte das nicht gelingen und der Teig bröselig bleiben, gebt nach und nach das Wasser hinzu.
In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten lang in den Kühlschrank legen.

Füllung:
500g Rhabarber
40g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
1 EL Zucker

Die Enden des Rhabarbers abschneiden und die Stangen schälen. Schneidet den Rhabarber in etwa 0,5cm breite Stücke; falls ihr eine normale Tarte backen wollt, könnt ihr die Stücke auch breiter schneiden. Den Rhabarber in einer Schüssel mit Zucker und gemahlenen Nüssen vermengen und beiseite stellen.

Guss (für eine große Tarte könnt ihr die doppelte Menge nehmen und ggf. auch etwas mehr Rhabarber):
100g Saure Sahne oder Schmand
75-90g Zucker
1 Ei

Die Zutaten für den Guss gut miteinander vermengen und den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Tarteform oder die Muffinform(en) mit Butter einpinseln. Wer eine große Tarte machen möchte, rollt den Teig auf der gut bemehlten Arbeitsfläche aus und legt ihn in die Tarteform. Oder ihr stecht mit einer großen Tasse, einem Glas o.ä. kleine Teigkreise für eure Tartelettes- oder Muffinformen aus, in die ihr dann die kleinen Teigstücke legt.
Gebt nun die Rhabarbernussmischung in die Form und den Guss anschließend darüber. Bei den Tartelettes habe ich etwa 3 EL Rhabarber und 2 EL Guss in die Form gegeben.

Die Tarte(lettes) nun auf der mittleren Schiene 45 Minuten lang backen. Werft ab und an mal einen Blick in den Ofen: Wenn die Füllung zu dunkel wird, deckt die Tarte einfach mit etwas Alufolie ab.

Die Tarte oder die Mini-Tartes abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Falls dann noh etwas übrig ist, schmeckt die Tarte auch am nächsten Tag prima.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Noch mehr Rhabarberkonfetti erlebt ihr hier mit einem veganen Rhabarberstreuselkuchen.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Die Mädchenküche kocht zusammen #2: Quiche
Spinat-Polenta-Quiche mit Feta

Es gibt drei Phänomene in meinem Leben, die mich beschäftgen, aber unerreichbar scheinen: Ordnung, innere Ausgeglichenheit und eine Bikinifigur. Letzeres ist mir an zehn Monaten des Jahres egal, aber so ab April klopft es sanft gegen die Innenseite meines Kopfes. Jemand hüstelt, räuspert sich und wispert: "Bikiiiniifugur!!!" Dödöm. Wobei ich mich frage, was das ist. Man zieht einen Bikini an, man hat eine Figur, also eine Form, eine Silhouette auf jeden Fall - zack, Bikinifigur. Eigentlich schon, oder? Aber irgendwie hält man sich ja grundsätzlich immer nur in Freibädern, an Seen und Meeren auf, an denen die Jahrestagung der H&M-Models stattfindet. Den ganzen Sommer lang.

Also sage ich mir streng: "So, Frollein, nun ist aber mal Schluss, es wird weniger gegessen. Vor allem Kuchen und Eis, pfui Spinne!" - und dann passiert genau das Gegenteil. Es ist ja auch immer was: Ständig hat jemand Geburtstag, es ist superheiß, man erträgt den Tag ohne Kuchen nicht, Kino ohne Popcorn ist unmöglich oder man muss Pizza essen gehen. Man kennt das.

Das alles ist aber nicht der Grund, warum ich eine Quiche mit Polentaboden gebacken habe. Nö. Die Themen Spinat und Quiche wollten für die Mädchenküche vereint werden. Warum nicht mit Polenta? Während ich die Polenta kochte, fiel mir auf, dass ja nirgendwo Butter hineinkommt. Ts. Wenn man bedenkt, dass in Mürbeteig zwei Teile Mehl und 1 Teil Butter, was bei 200g Mehl ja 100g Butter sind... Lassen wir das. Jedenfalls schmeckt Quiche mit Polentaboden astrein, ist weniger fettig und auch noch glutenfrei - alle glücklich.
Polenta-Spinat Quiche mit Feta Rezept glutenfrei Holunderweg18


Zutaten für eine Quiche:

Polentaboden:
250g Polenta (Maisgrieß)
400ml Gemüsebrühe
200ml Wasser 
1/2 TL Salz
50g Parmesan oder Pecorino
1 Ei
Salz, Pfeffer

Füllung:
750g frischer Spinat oder 500g TK-Spinat
100ml Sahne
100g Ricotta (oder Schmand, Creme Fraiche, Quark)
100g Feta
2 Eier
Salz, Pfeffer

Wasser und Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Die Polenta nach und nach einrühren und kurz aufkochen lassen. Herd ausschalten. 1/2 TL Salz unterrühren und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten ziehen lassen.
Den Spinat waschen und die Stiele von den Blättern ziehen. (Den aufgetauten TK-Spinat gut ausdrücken.) Ricotta und Sahne in einer Schüssel gut miteinder verrühren, Feta klein brechen und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, danach die beiden Eier hineinschlagen und noch einmal verrühren.
Die Quicheform mit Olivenöl einpinseln und die Polenta hineingeben. Stellt euch ein Glas mit Wasser bereit. Ihr könnt die Polenta nun mit einem Esslöffel oder den Fingern in die Form drücken. Dabei den Löffel bzw. die Finger immer mal wieder ins Wasser stecken, dann bleibt die Polenta nicht kleben. Am besten funktioniert es, wenn ihr die Polenta mit dem Löffel gleichmäßig in der Form verstreicht und die dann mit den Fingern am Rand der Form hochzieht und festdrückt.
Heizt den Backofen auf 200 Grad vor. Ihr könnt die Quicheform schon einmal in den Backofen stellen, bis er die richtige Temperatur hat, dann gart der Polentaboden schon etwas vor.
Sobald der Backofen heiß ist, gebt ihr den Spinat auf die Polenta und gießt dann die Fetamasse darüber. Die Quiche muss nun 45 Minuten backen. Bevor ihr sie anschneidet, lasst ihr sie am besten noch 10 Minuten außerhalb des Backofens ruhen.
Polenta-Spinat Quiche mit Feta Rezept glutenfrei Holunderweg18 Blog


Weil Quiche so eine feine Angelegenheit ist, ist Quiche mit Spinat das gemeinsame Gericht als Abschluss unserer Mädchenküche-Spinatrunde. Hier findet ihr alle weiteren Rezepte:

 Meine vegetarisch-delikate Kochwelt: Spinat-Quiche mit Filoteig
 
Fräulein Moonstruck kocht: Gedeckte Spinat-Spargel-Tarte
Leckerbox: Schnelle Mini-Toast-Quiche mit deutschem Spinat

No fast food today: Spinat- Tomaten Quiche mit Feta

Wenn wir euch spätestens jetzt in Spinatlaune versetzt haben, könnt ihr gerne eure aktuellen Spinatrezepte (keine Archivbeiträge) mit uns teilen. Diese sammelt Ramona von Fräulein Moonstruck kocht auf ihrem Blog. Die Beiträge teilen wir nach und nach auf der Mädchenküche-Facebookseite.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

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