Sonntag, 12. April 2015

Nussschnecken. Gegen spontanen Kuchenhunger.

Ich sage euch jetzt, was ihr unbedingt immer in eurem Küchenschrank vorrätig haben solltet, ihr schaut nach, ob das alles vorhanden ist - aber zackizacki: Mehl, Butter/Alsan/Margarine, Salz, Zucker, Milch oder Pflanzenmilch und Hefe.
Aus diesen Zutaten lassen sich schnelle, zieht man die Gehzeit ab, und köstlichste Gebäcke fabrizieren: Hefezopf, Zimtschnecken, Nussschnecken, Zuckerkuchen und Streuselkuchen fallen mir spontan ein. In der Fernsehwerbung oder vorsintflutlichen Frauenzeitschriften würde jetzt etwas gesagt werden wie "Stellen Sie sich vor, es steht spontaner Besuch vor der Tür, dem Sie schnell etwas zaubern müssen!" Bekommt ihr spontanen Besuch?! Also ich nie. Was ich aber nur zu gut kenne ist
überraschender Kuchenhunger. Sonntagnachmittags (immer) oder wenn ich keine Lust zum Einkaufen habe (immer). Also ist guter Rat teuer - natürlich nicht, ich geb ihn euch so: Hefeteig!
Nussschnecken vegan Hefeteig Rezept Holunderweg18 Foodblog

Kommen dann noch Zimt und Haselnüsse dazu, hat man feinste Nussschnecken:

Zutaten für 15 kleine Nussschnecken (das Rezept lässt sich super vervielfachen, je nachdem, wie groß eure Nussschneckengelüste sind)
Für den Teig:
225g Mehl
40g Zucker
40g Butter
125ml Milch
1 Prise Salz
½ Würfel Hefe

Die Füllung:
60g Haselnusskerne
40g gemahlene Haselnüsse
30g Zucker
40g Butter
1 TL Zimt

Die Milch lauwarm erwärmen, die Butter könnt ihr darin etwas anschmelzen lassen, falls sie frisch aus dem Kühlschrank kommt. Vermengt die trockenen Teigzutaten miteinander, bröckelt die Hefe hinein und gebt die Milch und die Butter hinzu. Knetet daraus einen geschmeidigen Hefeteig, den ihr abgedeckt mindestens eine Stunde gehen lasst.
Den Backofen auf 225 Grad vorheizen.
Die Haselnusskerne in einen Multizerkleinerer geben und etwas zerhacken, sodass noch grobe Nussstückchen vorhanden sind. Alternativ gebt ihr die Nüsse in einen Zipbeutel oder verschließbaren Gefrierbeuten und drückt sie mit einem Nudelholz klein. 40g Butter für die Füllung in einem Topf etwas erwärmen, sodass sie schmilzt. Die geschmolzene Butter mit den gehackten und gemahlenen Haselnüssen, Zimt und Zucker vermengen.
Rollt nun den Hefeteig etwa auf eine Größe von 30x45cm aus und verstreicht die Füllung gleichmäßig darauf. Rollt den Teig dann vom langen Ende her nicht zu locker auf. Die Schlussstelle des teiges nach unten drehen und die Teigwurst nun in zwei fingerbreite Schnecken schneiden. Diese könnt ihr auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech backen oder gebt sie in eine gebutterte Tarte- oder Backform.

Nussschnecken Rezept vegan Holunderweg18
Die Nussschnecken müssen nun 8-10 Minuten backen, bis sie schön gebräunt sind. Wer mag kann anschließend einen festen Zuckerguss aus Puderzucker und etwas Wasser anrühren und die abgekühlten  Nussschnecken damit verzieren.

Hoffentlich habt ihr jetzt bei "spontanem Kuchenhunger" nicht verständnislos mit den Schultern gezuckt, sondern wild und wissend genickt.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Donnerstag, 2. April 2015

Frühling ist Bauchsache: Flammkuchen mit Frühlingszwiebeln und Bärlauch

"Ick jenieße dat Reisen in vollen Zügen, wa!" Laurenzia und ich kichern. "Boah, der nervt", flüstert Laurenzia und ich antworte, dass ich glaube, dass heute nur komische Vögel unterwegs sind.
Laurenzia ist meine 10-jährige Sitznachbarin im Zug und liest, gemeinsam mit einem Plüschtiger und Teddy Peter, der einen geschmackvollen Strickpulli trägt,  Die drei Fragezeichen. Als ich sie frage, ob ihr das nicht zu gruselig ist, ernte ich einen mitleidigen Blick.
"Ick" steht im Gang, vor der Tür des Abteils und teilt jedem, der rein- oder rauskommt mit, dass ja sogar die Reichsbahn in der DDR besser war und andere Dubiositäten, die niemand hören will. Der Sturm hat allerhand Menschen in diesen Zug geweht, der immerhin fährt. Nur manchmal müssen wir länger anhalten, weil der Zug zu voll ist, und die Leute umverteilt werden müssen. Wenn die Durchsage kommt, gucken Laurenzia und ich uns wieder an und verdrehen die Augen.

Draußen treiben Sturmreste Schnee über die hügeligen Felder meiner Heimat, als ich im letzten Zug des Tages sitze. Im Vierer vor mir teilt grad ein Cowboy mit Horst-Schlemmer-Stimme seiner (ihm fremden) Sitznachbarin mit, dass er sich heute schon "einen gezwitschert" hat und darum den Zug nehmen müsse: "Aber dann lernt man wenigstens nette Leute kennen, nicht wahr, Hase? Mein Schneehäschen?"
Wünsche ich mir manchmal schalldichte Einzelkabinen im Zug? Oh ja! Aber, ganz ehrlich, dann würde man einiges verpassen und nette Zugbekanntschaften finden auch nicht mehr statt. Nicht wahr, ihr Hasen?

Auch jetzt treiben abwechselnd Schnee, Regen und Hagel vorm Fenster vorbei, und das Kaminholz muss auch wieder aufgefüllt werden. Ganz oma-like habe ich seit Wochen gesagt: "Passt auf, Ostern schneit es nochmal!"
Wer hatte recht? Und trotzdem seine Winterschuhe in Stuttgart vergessen? So.

Aber: Frühling ist Bauchsache und darum sollte man sich den ordentlich mit dem ersten Frühlingsgemüse vollschlagen! Zeit für Flammkuchen:

Rezept Frühlingszwiebel-Flammkuchen mit Bärlauch Holunderweg18 Foodblog

Zutaten für ein Blech (macht zwei Personen, oder drei mit nur kleinem Hunger, satt):
180g Mehl
80g lauwarmes Wasser
4g Salz
1 TL Trockenhefe
1 Bund Frühlingszwiebeln (die, die richtige Zwiebelchen haben, ansonsten zwei Bund nehmen)
1 Bund oder eine großzügige Handvoll Bärlauch
100g Creme Fraiche
Saft einer halben Zitrone
50ml Olivenöl
Salz, Pfeffer

Mehl und Trockenhefe in einer Rührschüssel vermengen. Salz und nach und nach das lauwarme Wasser hinzugeben. Zu einem geschmeidigen Hefetig verkneten. Falls der Teig zu klebrig ist, noch etwas Mehl unterkneten. Die Schüssel mit einem trockenen, sauberen Geschirrtuch abdecken. Der Teig muss nun etwa eine Stunde gehen, bis sich sein Volumen etwa verdoppelt hat.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. 
Den Bärlauch waschen und seine Stiele abschneiden. Mit dem Öl und dem Saft der halben Zitrone in einem Multizerkleinerer oder mit einem Pürierstab zu einer sämigen, pestoähnlichen Bärlauchcreme verarbeiten, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Frühlingszwiebeln waschen, das untere und obere Ende abschneiden. Wenn ihr große Frühlingszwiebeln bekommen habt, könnt ihr sie halbieren oder in Ringe schneiden. Konntet ihr eher die schmalen Frühlingszwiebeln ergattern, empfiehlt es sich, zwei Bund zu kaufen und sie in Ringe zu schneiden. Das kann man auch bei den großen Frühlingszwiebeln machen, das kann sogar das Essen der Flammkuchen etwas erleichtern.

Nun rollt ihr den Hefeteig schön dünn aus, so dass er ein Backblech von der Fläche ausfüllt und legt ihn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Streicht die Creme fraiche (auch Ziegenfrischkäse würde toll schmecken!) auf euren Flammkuchenteig und salzt die Flammkuchengrundlage etwas, bevor ihr dann die Frühlingszwiebeln darauf verteilt.
Der Flammkuchen wird nun etwa 15 Minuten gebacken, bis er knusprig braun ist. Vor dem Servieren gebt ihr etwas von dem Bärlauchpesto auf euren Flammkuchen und lasst ihn euch schmecken.

Seid ihr auch schon in die Bärlauchsaison gestartet? Was sind eure Lieblingsfrühlingsrezepte?

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Mittwoch, 11. Februar 2015

Die Mädchenküche kocht zusammen #1: Curry
Grüne Bohnen-Curry mit Süßkartoffel und Cashewkernen


Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt. Seit zwei Stunden sitze ich auf einem Hocker vor einem Bildschirm, um mich herum weinen Kinder. Menschen tragen gelbe Plastiksäcke. Neben mir zischt eine Frau ihrem Mann zu: „Hör auf, die Leute gucken schon!“. Auch die beiden haben sich alles anders vorgestellt.
Diesen Satz, den ich in letzter Zeit sehr oft gehört habe, „Voll schööön! Dann könnt ihr euch ja gemeinsam eine ganz tolle Küche aussuchen!“ habe ich noch im Ohr, während ich einen Schluck Kaffee aus meiner inzwischen dritten Tasse aus dem Restaurant des Möbelhauses trinke und mein Freund neben mir  auch noch die siebte Steckdose unserer Küche richtig auf dem Küchenplanerformular platziert.  

Manchmal bin ich ganz schön naiv. In meiner Vorstellung  schlendern wir Händchen haltend mit unserer online grob vorgeplanten Küche durch die Küchenabteilung, sehen dort unsere Wünsche bestätigt, drücken die Küchenmaße einem freundlichen Mitarbeiter in die Hand, der uns innerhalb einer Viertelstunde eine spitzenmäßige und optimal zu nutzende Küche plant, die in der kommenden Woche geliefert wird. Bis auf den freundlichen Mitarbeiter ist nichts davon wahr.

Natürlich wollten wir keine weiße Hochglanzküche. Während wir jetzt die ersten Schränke unserer weißen Hochglanzküche auf dem Formular hin und her schieben, bestätigen wir uns noch einmal gegenseitig, wie praktisch das ist und man kann schließlich auch die Wände grau streichen und ist so gestalterisch ja viel flexibler.
Irgendwann als die weinenden Kinder weniger werden, ist die Küche fertig. Hach, endlich. Wir gehen die Küche noch einmal durch, um zu schauen, ob wir genug Stauraum eingeplant haben: Töpfe, Pfannen, Essbesteck, Kochbesteck, Müll, Backformen, Teller, Tassen, Gläser, Putzzeug – achso. Lebensmittel. 

Nach 3,5 Stunden haben wir die Küche. Also auf dem Papier und im Warenkorb. Die drei supernetten Mitarbeiter  der Küchenabteilung winken uns nach, als wir Händchen haltend davon schlendern. als wir schlurfend und ohne miteinander zu reden hinunter ins Erdgeschoss gehen, um unseren Einkaufszettel abzuarbeiten. Irgendwie habe ich mir das alles ganz anders vorgestellt.

In meinem Kopf geht immer alles schnell und leicht. Außerhalb dann doch eher meistens nicht. Was aber wirklich einfach und schnell geht, ist dieses Grüne Bohnen-Curry. Ein Gericht, das sich auch auf einer Herdplatte, die auf einer ehemaligen Schreibtischplatte auf zwei Böcken steht, problemlos kochen lässt.


Zutaten für vier Portionen Grüne Bohnen-Curry mit Süßkartoffel Cashewkernen

400g grüne Bohnen (frisch oder TK)
etwa 300g Süßkartoffel
100g Cashewkerne geröstet und gesalzen
1 Dose Kokosmilch
250ml Gemüsebrühe
20g Ingwer
1 Schalotte
2 EL gelbe Currypaste
½ Chilischote oder getrocknete Chiliflocken
etwas gehackte Petersilie oder Koriander
Salz und Pfeffer
Öl zum Braten

Die Süßkartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Schalotte feinhacken und in etwas Öl glasig anschwitzen. Mit Brühe ablöschen und die Süßkartoffel darin bissfest garen. Die Bohnen, Kokosmilch, Currypaste und den ebenfalls feingeschnittenen Ingwer hinzugeben und 20 Minuten bei geringer Temperatur köcheln lassen, bis das Curry eine sämige Konsistenz hat. Ich mag es gerne, wenn die Cashewkerne noch etwas knackig sind, darum gebe ich sie jetzt erst kurz vorm Abschmecken dazu. Wer mag, kann nun Chiliflocken oder etwas gehackte, frische Chili dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – vorsichtig mit dem Salz umgehen, da die Cashewkerne ja bereits gesalzen sind. Zum Schluss frischen Koriander oder Petersilie ins Curry geben und zum Beispiel mit Reis servieren.
Die Töpfe in der Mädchenküche brodeln heute sozusagen gemeinsam, denn bei uns allen findet ihr heute tolle Curry-Rezepte mit Hülsenfrüchten:

Bei Franzi gibt es ein Kichererbsencurry, ebenso wie bei
Maja, hier aber ein Kichererbsencurry, mit Tomaten und Koriander.
Ramona kocht ein Hülsenfrüchte Curry und
Simone ein Kichererbsencurry mit Chinakohl.
Bei Ilona findet ihr ein Curry mit Beluga Linsen.
Sibel kocht für euch ein Rosenkohl-Erdnuss-Curry.
Bei Christina gibt es ein Curry aus roten Linsen und bei
Sam ein Linsen-Dinkel-Curry.
Eure eigenen Hülsenfruchtkreationen könnt ihr ab dem 12.02. bei Franzi im Gemüseregal posten, wir teilen eure Rezepte dann auf der Mädchenküche-Facebookseite.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Freitag, 6. Februar 2015

Die Mädchenküche kocht #1: Winterminestrone

Zum letzten Mal diesen Weg zur Arbeit fahren, zum letzten Mal Hefezopf in der Lieblingsbäckerei kaufen und zum letzten Mal Chips im Bett essen.
Zum ersten Mal zwischen Umzugskisten auf dem Boden sitzen und noch die letzten Käsereste aus dem Pizzakarton kratzen, zum ersten Mal gemeinsam eine Küche kaufen und zum ersten Mal einen neuen Lieblingsplatz finden.

So schade es ist, die alten, gewohnten und lieb gewonnenen Dinge und Orte zurückzulassen, ist es doch viel aufregender, sich auf all das Neue zu freuen. Und endlich zuhause zu sein. Seit ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, wusste ich, dass meine Studentenwohnheim- und WG-Zimmer  für eine begrenzte Zeit so etwas wie ein Zuhause sein würden, alles provisorisch und mehr praktisch als schön. So auch hier in meiner Wohnung Stuttgart. Bis jetzt. Jetzt soll es ein Zuhause werden. Zu zweit (mit ihm!). Voll erwachsen.
Zuerst ohne Küche, mit nur einer Herdplatte. Zur Einstimmung auf diese Eineherdplattenzeit habe ich ein Suppenrezept mitgebracht. Und noch ein Zum ersten Mal: Das ist mein erstes Rezept zum ersten Motto der Mädchenküche: Hülsenfrüchte! 

Wintergemüseminestrone Suppe Rezept Winter Soulfood vegan Mädchenküche Holunderweg18 Foodblog


Die Mädchenküche sind Mone von Leckerbox, Ilona von No Fastfood Today, Maja von Moey´s Kitchen, Christina von Feines Gemüse, Franzi vom Wo geht´s zum Gemüseregal? und Sibel von Insane in the Kitchen, Samira von Die vegetarisch-delikate Kochwelt und ich. Wir haben uns zur Mädchenküche zusammengetan und kochen alle drei Monate zu einem Thema je ein Rezept. Wenn du Lust hast mitzumachen: Wir sammeln bei jeder Runde auf einem Blog Rezepte zum jeweiligen Thema von euch. In Runde 1 werden eure Hülsenfruchtrezepte im Gemüseregal gesammelt.

Wintergemüse ist so eine Sache. Vielen zu erdig, zu omamäßig, zu langweilig oder nicht schön genug anzuschauen. Ja, aber: Lecker! Vier Sorten etwas feinere süße Gemüsesorten mit herberen Zeitgenossen und  weißen Canellinibohnen ergeben eine astreine Soulfood-fast-wie-ein-Italienurlaub-Minestrone.
Ihr könnt bei diesem Rezept auch andere Wintergemüsesorten verwenden, aber achtet darauf, dass auch würziges Gemüse, wie Petersilienwurzel oder Sellerie dabei ist, damit die Suppe nicht allzu süßlich wird.
Wintergemüseminestrone Suppe Rezept Winter Soulfood vegan Holunderweg18 Foodblog Mädchenküche

Für drei Portionen Wintergemüseminestrone benötigt ihr:
(Die Gewichtsangaben sind eher Richtwerte. Gebt einfach etwas mehr Wasser und Gemüsebrühe hinzu, solltet ihr größere Möhren, Rüben, ... verwenden)

200-250g Möhren
etwa 150g Navetterübe (andere Rübensorten wie Steckrübe gehen natürlich auch)
150g Petersilienwurzel
150g Mangold
1 Lorbeerblatt 
etwas Salz, Pfeffer
Canellini-Bohnen (entweder eine 400g-Dose oder 200g getrocknete, diese müssen dann über Nacht einweichen)
ggf. 200-300ml Gemüsebrühe

Möhren, die Rübe und die Petersilienwurzel waschen und schälen. Solltet ihr das Gemüse in Bioqualiät kaufen, werft die Schale und Abschnitte keinesfalls weg, sondern gebt sie in einen Topf mit etwa 300 ml Wasser und lasst es köcheln.
Petersilienwurzel, Rübe und Möhren in einigermaßen gleichgroße Stücke schneiden. In 600ml leicht gesalzenem Wasser kochen lassen, das Lorbeerblatt hinzugeben.
Die Bohnen abgießen oder falls ihr getrocknete verwenden solltet, kocht diese nun nach Packungsanweisung, bis sie weich sind.
Sobald das Gemüse bissfest ist, gebt ihr die Bohnen und die Gemüsebrühe hinzu. (Habt ihr die Abschnitte nicht zu Brühe gekocht, nehmt einfach 200ml einer anderen Gemüsebrühe). Den Mangold waschen, die Stilenden abschneiden und Blätter und Stiele in Streifen schneiden. Diese gebt ihr ganz zum Schluss in die Minestrone und schmeckt sie mit etwas Salz und Pfeffer ab.

Welche Hülsenfrüchte mögt ihr besonders gern? Ich bin auf eure Rezepte bei Franzi gespannt!

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Samstag, 20. Dezember 2014

Plötzlich Weihnachten: Chai Sirup

Ich habe es längst geahnt, ihr wisst es bestimmt schon lange: Bald ist Weihnachten. Irgendwo macht es "Poff" und lächerlich wenig Konfetti rieselt von der Decke. Überraschung. Für mich schon. Irgendwie. Ich denke oft an Weihnachten und doch kommt es plötzlich. Warum sind Tage eigentlich so kurz? Ich sitze am Computer und suche nach Weihnachtsgeschenken. Dann wandert mein Blick an den rechten, unteren Bildschirmrand meines Laptops: 19.55 Uhr. Ich muss noch Staub saugen! Springe auf und sauge Staub. Währendddessen singe ich in Gedanken "Macarena" und denke an alles, was ich morgen früh dringend bei der Arbeit erledigen muss. Oh, Arbeit! Ich muss mir noch etwas zu Essen für die Mittagspause kochen. Als ich während des Kochens aus der Küche gehe und kurz Twitter checke, stolpere ich über das Kabel des Staubsaugers, der noch mitten im Zimmer steht. Achso. Räume den Staubsauger weg. Dann suche ich das Handyladekabel, weil der Akku schon wieder leer ist. Ich stöpsele das Handy ans Kabel und googele, warum bei Samsung Galaxy-Handys der Akku eigentlich immer so schnell leer geht. Aus der Küche höre ich zischende Geräusche - das Nudelwasser kocht über. Als ich zwei Stunden später den Herd putze - allapahull asemiha macarena, will pulpahall aleweha cosawena, allapahull alewiha macarena, EEEEY, MACARENA! - fällt mir ein, dass ich ja nach Weihnachtsgeschenken suchen wollte. Stattdessen hole ich all meine Weihnachtszeitschriften aus dem Schrank und gucke, was ich noch backen könnte und was es für mich an Weihnachten zu essen gibt.* Dann gehe ich ins Bett und denke: Morgen aber wirklich.

Zum Glück schreibe ich mir im Laufe des Jahres immer auf, wenn mir eine Geschenkidee für jemanden einfällt. Backen kann man auch spontan und für das Nachdenken über das Weihnachtsmenü habe ich  mindestens eine vierstündige Zugfahrt Zeit. Und zum Glück gibt es Post aus meiner Küche, wo man ganz freundlich gezwungen wird, sich über Weihnachtsleckereien und Geschenke aus der Küche Gedanken zu machen. Yay! Sonst hätte ich vielleicht in diesem Jahr nicht endlich mal Chai Sirup gekocht und das wäre schlimm gewesen. Der ist nämlich so lecker, dass ich ihn mit dem Löffel essen oder als Badezusatz benutzen möchte! Stattdessen eignet sich Chai Sirup prima als Topping für Waffeln oder Pfannkuchen, als weihnachtlicher Hauch in Früchte- oder Apfeltee. Oder ihr kocht damit einen Weihnachtspunsch: Apfelsaft oder Apfel- und Traubensaft erwärmen und etwas vom Chai Sirup hinzugeben.


Für 250 ml leckeren Chai Sirup benötigt ihr folgende Zutaten:

1 Vanilleschote
2 Zimtstangen
3 Sternanis
4 Nelken
1 knappen TL schwarze Pfefferkörner
6 Kardamomkapseln
3 Beutel schwarzen Tee
250g Zucker
500ml Wasser

Den Kardamom und den Pfeffer in einem Mörser etwas zerdrücken. Solltet ihr keinen Mörser haben, könnt ihr Pfeffer und Kardamom auch mit einem breiten Messer auf einem Brett oder der Arbeitsplatte zerdrücken.
Kardamom, Pfeffer, Zimtstangen, Nelken und Anis in einen Kopf geben. Leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.
500ml Wasser und den Zucker hinzugeben. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit der stumpfen Rückseite der Messerklinge ausschaben. Das Vanillemark mit der ausgekratzten Schote in den Topf geben. Aufkochen lassen, ab und an rühren, und dann die Teebeutel hinzugeben. Den Sud nun 10 Minuten leicht köcheln lassen, die Teebeutel nach 5 Minuten herausnehmen. Die Kochplatte ausschalten und den Sirup 30 Minuten mit geschlossenem Topfdeckel ziehen lassen. Danach wird der Sud durch ein feines Sieb gegossen und auf etwa 250ml eingekocht. Wenn es dann etwas mehr ist, ist das gar nicht schlimm. Hauptsache, die Flüssigkeit ist sirupartig.
Kochendheiß in eine sterile Flasche füllen und sofort verschließen.
Ich spüle meine Einkochgefäße immer heiß aus oder lege sie kurz in kochendes Wasser. Anschließend stelle ich sie nochmal für 5-10 Minuten in den 100 Grad heißen Backofen.

*Ich sitze an Weihnachten nicht allein unterm Baum, sondern bin die einzige Vegetarierin der Familie und sorge darum selbst für mein Festmahl. Habt ihr vegetarisch-weihnachtliche Lieblingsrezepte? Bisher bin ich noch nicht fündig geworden ...

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Montag, 8. Dezember 2014

In der Adventsstreberei: Spekulatiuscupcakes

Adventsstreber, der: hat Kinder (sofern vorhanden) sowie Lebenspartnerin/-partner mit einem selbstgebastelten Adventskalender, der liebevoll mit einer individuell ausgesuchten Füllung bestückt wurde, überrascht. Einen pompösen Adventskranz gewunden oder gebastelt, die Kerzen werden beflissentlich an jedem Adventssonntag angezündet. Am 5. Dezember ist eine große Auswahl unterschiedlicher Plätzchen gebacken (Klassiker und was Verrücktes) und sämtliche Freunde und Nachbarn wurden bedacht. Trotzdem sind alle Keksdosen noch randvoll gefüllt. Obwohl der Adventsstreber  während des Backens mindestens 12 Stunden lang Rolf Zuckowskis Weihnachts-CD gehört hat, summt er auch in den kommenden Tagen "In der Weihnachtsbäckerei", ohne das nervig zu finden. Der selbstgebackene Christstollen wird zum ersten Mal am Nikolaustag angeschnitten, um zu testen, ob drei Wochen Durchziehzeit genug waren. Das Farbkonzept für den diesjährigen Weihnachtsbaum steht seit Oktober fest und darauf wird auch die Verpackung der Geschenke abgestimmt, die am 15. Dezember alle beisammen sind. Aber auch nur so spät, weil ein Onlineshop Lieferschwierigkeiten hatte.

Ich bewundere den Adventsstreber. Nebenbei leitet er noch das Kinderkrippenspiel, geht morgens vor der Arbeit zum Yoga, bastelt Weihnachssterne für drei Adventsbasare und plant ein Weihnachtsmenü für mindestens 10 Personen. Drei Gänge, klar. Immerhin habe ich einen Adventskalender gebastelt. Und Spekulatiuscupcakes gebacken.
Spekulatiuscupcakes Weihnachtsbäckerei Advent Rezept Holunderweg18

Soll ich euch etwas verraten? Diese Spekulatiuscupcakes sind erst die zweiten Cupcakes, die ich meinem Leben gemacht habe. Aber ich habe mir ja in Berlin einen Spritzbeutel gekauft (hier nachzulesen) und nun mussten Taten folgen. Die Investition hat sich gelohnt: Ich bin cupcakifiziert! Auch, wenn ich den Spritzbeutel gar nicht bentzt habe. Versucht habe ich es immerhin, aber er wollte nicht so wie ich. Braucht man auch gar nicht, Quatschkram.
Seid ihr auch cupcakifiziert? Und in Weihnachtslaune? Ansonsten lasst euch gerne mit diesen Spekulatiuscupcakes anstecken.
Zutaten für sechs Spekulatiuscupcakes

Teig:
80g Zucker
1 Ei
50g zimmerwarme Butter
100g Mehl
60 ml Buttermilch
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1/4 TL gemahlene Vanille
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
1 großzügiger TL Spekulatiusgewürz

Frosting:
150g Mascarpone
75g Puderzucker
wer mag: etwas Zimt

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Zucker mit der Butter schaumig schlagen, das Ei hinzugeben und kurz weiterschlagen, bis eine glatte Masse entsteht.
Die Orange waschen und die Schale abreiben. Die Hälfte der Orangenzesten in die Butterzuckermasse geben (die andere Hälfte z.B. mit Zucker vermengen und für leckeren Orangenzucker im nächsten Gebäck aufbewahren). Das Mehl mit den anderen trockenen Zutaten vermengen. Gemeinsam mit der Buttermilch zur Butterzuckermasse geben und mit einem Teigschaber nur so lange vermengen, bis alle Zutaten gerade so miteinander vermischt sind.
Ein Muffinblech mit sechs Papierförmchen bestücken. Den Teig gleichmäßig (etwa 3 EL pro Mulde) auf alle Muffinförmchen verteilen. Ab in den Ofen damit. Achtet nun darauf, den Backofen nicht alle paar Minuten zu öffnen und die Tür dann mit Krawumms zu schließen - das mag der Teig nicht und die Cupcakes werden nicht fluffig, sondern ziemlich kompakt. Nach 18 Minuten dürft ihr einen Blick und die Stäbchenprobe riskieren: Bleibt kein Teig mehr am Zahnstocher oder Schaschlikspieß kleben, könnt ihr die Muffins aus dem Ofen holen. Lasst sie nun auf einem Kuchengitter mindestens 15 Minuten abkühlen.
Siebt in der Zwischenzeit den Puderzucker und schlagt in mit der Mascarpone zu einer fluffigen Masse auf. Sobald die Muffins abgekühlt sind, könnt ihr das Frosting in eine Spritztülle füllen und kreisförmig auf die Muffins aufspritzen oder ihr streicht es mit einem Messer auf die Küchlein. Wer mag, kann am Ende noch etwas Zimt auf das Frosting streuen. 
Spekulatiuscupcakes Rezept Weihnachtsbäckerei Advent Holunderweg18

Vor dem Servieren ist es ganz gut, die Cupcakes etwa 15 Minuten in den Kühlschrank zu stellen. Dann wird das Frosting schön fest und durch die Kühle schmeckt es etwas intensiver. Bilde ich mir ein :)

Ich wünsche euch Schönes

Natalie


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Mandelknusper mit weißer Schokolade & Cranberries

"Hallo, Papa, hier ist Natalie."
"Hallo! Na, wie gehts?"
"Ach, ich war heute in Esslingen. Da gibt es einen ganz großen Weihnachtsmarkt. Es war ziemlich voll. Irgendwie war das komisch und hat sich falsch angefühlt. Zu früh irgendwie."
"Warum?"
"Weißt du, mir war noch nie so wenig nach Weihnachten wie in diesem Jahr."
"Das sagst du jedes Jahr."

Stimmt. Vermutlich bin ich der Grinch. Es ist Anfang Dezember, ich habe keinen Wintermantel, keine Winterschuhe und Weihnachtsgeschenke - trauriges Thema, sprechen wir nicht von. Es ist immer so plötzlich Dezember, das Jahr ist schon vorbei und in diesem Jahr wollte ich doch eigentlich viel früher...  
Glitzer, Lichter, Glühwein und Kekse, die nun Plätzchen heißen, sind zu früh. Vielleicht oder wahrscheinlich bin ich zu spät. Kann man nichts machen. Außer den Grinchmodus ausknipsen. Darum sind hier meine drei erprobten,  wahren und ultimativen Tipps gegen den inneren Weihnachtsmuffel. Mit Gelinggarantie.

* Michael Bublés Weihnachtsalbum anhören.
* Lebkuchen essen.
* "Liebe braucht keine Ferien", "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder "Tatsächlich Liebe" anschauen. Um sicherzugehen, sind alle drei Filme ratsam.

Großspurig habe ich neulich verkündet, dass ich keine Weihnachtsplätzchen backen werde. Aber ich konnte nicht anders und habe mich doch langsam herangetastet. Nicht gebacken, aber mit Zimt und Mandeln und ein super Geschenk aus der Küche: Mandelknuspies mit Cranberries. Und Zimt.

Mandelknusper Schokocrossies Weiße Schokolade Mandeln Cranberries Zimt Rezept Geschenke aus der Küche Holunderweg18 Foodblog

Zutaten für etwa 25 Mandelknuspies

200g weiße Schokolade
100g Mandelstifte
1/2 TL Zimt
etwa 40g Cranberries
1 EL Puderzucker

Die weiße Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen. 
In der Zwischenzeit eine Pfanne ohne Fett erhitzen und die Mandeln darin anrösten.Sobald sie zu duften beginnen, 1 EL Puderzucker über die Mandeln streuen, alles gut verrühren und leicht karamellisieren lassen. Die karamellisierten Mandelstifte aus der Pfanne in eine Rührschüssel füllen. Die Cranberries hacken und mit dem Zimt zu den Mandeln geben. Einen Bogen Backpapier auf ein Backblech oder die Arbeitsplatte legen. Sobald die Schokolade geschmolzen ist, gießt sie in die Rührschüssel und vermengt alle Zutaten schnell und sorgfältig. Mit zwei Teelööfeln könnt ihr nun die Knuspies formen. Nehmt etwas von der Schokoladenmasse auf einen Teelöffel und streicht sie mit Hilfe des anderen Teelöffels auf das Backpapier. Pro Knuspie könnt ihr je nach Belieben etwa einen Teeflöfel voll Schokomasse aufnehmen, dann haben sie eine schöne Größe.
Lasst die Schokomandelhäufchen nun etwa zwei Stunden trocknen. Dann könnt ihr sie in eine Keksdose oder Zellophantütchen füllen, verschenken oder selbst essen.

Ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk aus der Küche, Mitbringsel zum Adventskaffee oder eine Alternative zu Weihnachtsplätzchen.

Wie sieht es mit eurer Weihnachtlaune aus?


Ich wünsche euch Schönes
Natalie

P.S.: Noch mehr Geschenkideen aus der Küche findet ihr bei Persis von Yumlaut und ihrem aktuellen Blogevent. 

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