Montag, 21. Juli 2014

Gefülltes Ciabatta vom Grill

Vegetarier stehen bei Grilleinladungen meistens ziemlich blöd da. Kommt man unvorbereitet, gibt es Brot und Salat, kommt man vorbereitet, zieht man verstohlen eine Packung Tofuwürstchen aus der Tasche. Oder eine Zucchini. Beides auf Dauer nicht der Brüller. Also muss man noch besser vorbereitet sein. Das Grillhappening wird einfach in die Küche vorverlagert. Ich habe heute ein leckeres, vegetarisches Grillrezept für euch, das auch für die Steak- und Würstchenfraktion eine tolle Beilage oder Alternative ist.
Gefülltes Ciabatta vom Grill vegetarisch Grillen Holunderweg18 Foodblog


Für zwei bis vier:

1 Ciabatta (ca. 30cm lang)
2 mitelgroße Zucchini
eine gute Handvoll Dattel- oder Cherrytomaten
1 Mozzarella á 125g
2-3 Zweige Rosmarin
Salz, Pfeffer, Olivenöl
etwas Alufolie
  
Die Zucchini waschen und längs in Streifen schneiden. In eine Auflaufform legen, salzen, pfeffern und  mit Olivenöl bedecken. Die Rosmarinzweige mit hinein legen und so lange marinieren lassen, bis der Grill soweit ist.
Die Zucchinischeiben von beiden Seiten grillen. Währenddessen das Ciabatta läng aufschneiden und von beiden Seiten kurz auf dem Grill rösten. Die Innenseite der unteren Hälfte des Brotes mit der Olivenölmariande beträufeln. Die Tomaten halbieren und den Mozzarella in Scheiben schneiden. Die gegrillten Zucchini auf die untere Hälfte des Ciabatta legen, Mozzarella und Tomaten darüber verteilen. Die obere Ciabattahälfte auf die Füllung legen, ein Stück Alufolie auf den Grillrost legen und darauf das Ciabatta legen. So lange Grillen, bis der Mozzarella zu schmelzen beginnt. 
gefülltes Ciabatta vom Grill vegetarisch Grillen Holunderweg18 Foodblog

Vorsicht, trotz Alufolie kann die untere Ciabattahälfte schnell dunkel werden. Am besten legt ihr das Brot nicht genau über die heißeste Stelle der Glut auf den Rost.

Grillt ihr auch gerne Gemüsiges?

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Montag, 7. Juli 2014

Berlin für Foodies [ Travelguide ]

Berlin ist eine Herzensbrecherin. Und sie bekommt mich immer wieder. Mit ihrem U-Bahngeruch, ihrer Abgerocktheit, mit Kreuzberg, der Hochbahn im Prenzlauerberg, mit ihrer Offenheit, Großschnäuzigkeit, diesem Überfluss an Erlebnismöglichkeiten, der Geschichte. Berlin verschluckt mich mit Haut und Haaren, ich will mich treiben lassen in dieser Wahnsinnsstadt. Aber nicht für immer, einige Tage im Jahr reichen, um den Speicher aufzufüllen. Wobei ... ich könnt schon wieder. Wollt ihr mitkommen? Dann nehme ich euch heute mit an Orte, die das Foodieherz höher schlagen lassen.

Steigt man in Kreuzberg am Moritzplatz aus, steht man an einem großen Kreisel, das imposante Gebäude des Aufbau-Verlags ragt in die Höhe und hinter Bauzäunen sieht man ganz viel Grün inmitten des Betons: der Prinzessinnengarten.
Berlintipps Berlin Prinzessinnengarten Holunderweg 18
2009 wurde die brachliegende Fläche von Frewilligen in einen Gemeinschaftsgarten verwandelt. Man kann hier schlendern, gucken, lernen, essen, jäten, ernten, zur Ruhe kommen. Jeden Donnerstag und Samstag gibt es Gartenarbeitstage, für Besucher steht der Garten von April bis Oktober jedem offen.
Urban Gardening Prinzessinnengarten Berlin Berlintipps Holunderweg 18
Das angebaute Gemüse wächst in biozertifizierter Erde, ebenfalls ist das Saatgut Bio und es wird auf chemische Düngemittel verzichtet. Man kann das selbstgeerntete Gemüse kaufen oder es wird im Gartencafé für tolle, saisonale Speisen verwertet. 
Prinzessinengarten Berlin Berlintipps Holunderweg 18
Die Beete sind mobil - falls die Stadt die Fläche verkauft, kann der Garten an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden. Ich schlage ganz uneigennützig Stuttgart vor. Upcycling spielt im Pinzessinnengarten eine ganz große Rolle, alle Pflanzbehältnisse stammen aus dem Lebensmittelbereich, wie zum Beispiel die ausrangierten Bäckerkisten. Allein beim Schlendern kann man sich viele tolle Ideen abgucken oder aber man nimmt an einem der Kurse teil, die angeboten werden. 
Wieder auf dem Bürgersteig vor dem Bauzaun kann man richtig erschrecken, bei der Erkenntnis, dass man ja wirklich mitten in der Stadt ist.

Prinzessinnengarten
Prinzessinenstraße 35-38
U-Bahn Haltestelle Moritzplatz

Nun spazieren wir die Oranienstraße entlang und überqueren den Oranienplatz. Für alle, die Sven Regeners Der kleine Bruder gelesen haben: Links liegt die Naunynstraße, wo die "Punks aus der Naunynstraße" im besetzten Haus wohnten. Aber die lassen wir links liegen und gehen nach dem Oranienplatz geradeaus in die Dresdenerstraße hinein, wo nach wenigen Metern auf der linken Seite ein kleines, aber sehr feines Café liegt: Fräulein Wild.
Café Fräulein Wild Kreuzberg Berlintipps Holunderweg 18
Ein idealer Ort für jeden Kuchen-, Torten- und Kaffejunkies oder hungrige Frühstücker. 
Wunderbare Flohmarktmöbel treffen auf Pastell und Wimpelketten. Eher klein, wirkt das Café aber nicht überladen, sondern einfach nur sehr gemütlich.  Für mich einmal die komplette Einrichtung zum Mitnehmen, bitte!
Jemals wieder aufstehen? Och nö! Aber der Großstadtdschungel ruft und nach einem sehr guten Kaffee und einem Müsli mit Joghurt und Obst (und noch einem sehnsüchtigen Blick in die Kuchenvitrine) ging es dann doch irgendwann weiter.
Café Fräulein Wild Kreuzberg Berlintipps Holunderweg 18
Fräulein Wild
Dresdener Straße 13
U-Bahn Haltestelle Oranienplatz

Wenn man in die Markthalle Neun kommt, muss man zuerst an einem Kik und Aldi vorbei. Völlig bizarr, denn das Konzept der Markthalle Neun sind regionale und saisonale Produkte aus fairem und ökologischem Anbau. Anbieter aus Berlin und dem Berliner Umland verkaufen hier Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Brot, Marmelade, Gebäck, Eis, Säfte, Blumen, Honig und etliches mehr.
Zwei Mal in der Woche findet hier zusätzlich ein Wochenmarkt statt, donnerstags der Street Food Thursday und wer auf Süßes abfährt, sollte sich den Naschmarkt nicht entgehen lassen.
In jedem Fall ist es eine gute Idee, hungrig in die Markthalle Neun zu kommen. Schwierig ist aber, sich zu entscheiden, was man essen soll. Eigentlich hatte ich ein Mittagsessen bei der Kantine Neun in der Markthalle geplant, aber ich war um 14 Uhr zu spät, fast alle Tagesgerichte waren bereits aus. Hier gibt täglich verschiedene Mittagsgerichte aus Produkten, die ausschließlich in und um Berlin erzeugt wurden, immer auch ein veganes und ein vegetarisches Gericht. 
Berlintipps Kantine Neun Markthalle Neun Berlin Kreuzberg Holunderweg 18

So habe ich aber Sunday Burgers kennengerlernt, wo ich einen veganen Burger mit Erdnusssauce und Mangochutney gegessen habe, der sehr sehr lecker war. Neben veganen Burgern gibt es unterschiedliche Smoothies und rohvegane Küchlein.

Markthalle Neun
Pücklerstraße 34
U-Bahnhaltestelle Görlitzer Bahnhof

Da ich euch vorhin bei Fräulein Wild den Kuchen vorenthalten habe, gehen wir jetzt ins Cupecake-, Cheesecake- und Cinnamon-Swirl-Paradies. Barcomi´s Deli. Genau der Cynthia Barcomi mit den grandiosen Backbüchern!
Nach den tollen, trubeligen Hackeschen Höfen, die vor oder nach dem Kuchen besucht werden müssen, danke für den Tipp an Berit von Marmelade Kisses, kommt man in die Sophienstraße, die fast nicht von dieser Welt ist, so ruhig und verträumt liegt sie da. Der Schein trügt, hier findet das Leben in den Hinterhöfen statt.
Barcomi´s Deli Cynthia Barcomi Berlin Holunderweg 18 Berlintipps

In einem dieser Höfe liegt versteckt und von Backsteinmauern umzingelt Barcomi´s Deli. Die beiden einzigen Herausforderungen sind jetzt einen Sitzplatz zu finden und sich zwischen Blueberry Muffins, Death by Chocolate Cake, New York Cheesecake und unzähligen Für-Kalorien-habe-ich-nur-ein-müdes-Lächeln-übrig-Leckereien zu entscheiden. Oooder man nimmt einen Probierteller und sucht sich vier oder fünf Kuchensorten aus, von denen man dann kleine Probierstücke bekommt. Hachz.

Barcomi´s Deli
Sophie-Gips-Höfe, 2. Hof
Sophienstr. 21
U-Bahnhaltestelle Weinmeisterstraße/Gipsstraße oder Hackescher Markt

Danke für die nette Begleitung! Beim nächsten Mal nehme ich euch in meine Lieblingsshops mit.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Montag, 23. Juni 2014

Linsenfalafel mit Mango-Chili-Dip
[ Holunderweg zu Gast]

Wenn man mich fragt, was ich am Bloggen ganz besonders fein finde, ist ganz vorne mit dabei, dass man tolle Leute kennenlernt in diesem Internetz Man vereinsamt nicht vorm Computer, man bereichert sich. Die Wege werden plötzlich kurz, zum Beispiel zwischen dem Ruhrgebiet und Stuttgart.
Heute picknicke ich in Bochum, bei Simone von LeckerBox. Bei Simone findet ihr tolle Anregungen für Snacks und Mahlzeiten für die Mittagpause, Unterwegs und einfach so, das alles schön und praktisch in Lunch- oder Bentoboxen verpackt. Außerdem veranstaltet sie alle zwei Wochen die Mittwochsbox. Hierbei kann jeder mitmachen und zum vorgegebenen Thema eine Rezeptidee veröffentlichen. Simone veröffentlicht dann alle Teilnehmer der jeweiligen Mittwochsbox.
Bloggen verbindet, Picknicken auch. Sechs Bloggerinnen sind in den kommenden sechs Wochen bei Simone zu Gast. Ich bin die zweite im Bunde und habe Linsenfalafel mit Mango-Dip dabei. Hier geht´s zum Rezept.
Vegan Linsenfalfel mit Mango-Chili-Dip Foodblog Holunderweg 18

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Montag, 16. Juni 2014

Spargelflammkuchen mit Rucola

„Hallo, ein Kilo grünen Spargel, ein Kilo weißen und von den Erdbeeren nehme ich auch noch zwei Pfund.“ Ich so. Panisch am letzten Samstag auf dem Markt. Hamstern ist die Devise, die Spargelsaison rast auf ihr Ende zu! Sowas Blödes. Am 24. Juni ist offiziell Schluss. Wie jedes Jahr habe ich noch nicht alle Spargelrezepte gekocht, die ich geplant habe. Die Rezepte aus dem altbewährten Repertoire müssen ja auch Beachtung finden. Gibt es etwas Besseres als Spargel mit Pellkartoffeln und zerlassener Butter?
Mindestens zwei Gerichte, die genauso gut sind: Den grünen Spargel habe ich eingefroren, um noch mindestens zwei Mal die weltbeste Quiche von Fräulein Klitzklein Dani machen zu können. Der weiße Spargel hat seine Bestimmung auf einem überaus köstlichen Flammkuchen gefunden. Mir fällt kein besseres Finale für Spargel und Frühling ein.


Zutaten für ein Blech:

325g Mehl
200g Wasser
6g Salz
1 TL Trockenhefe

250g weißer und/oder grüner Spargel
150g Ziegenfrischkäse (Créme Fraiche oder Schmand gehen auch)
3 Frühligszwiebeln
eine Hand voll Rucola
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

Für den Teig Mehl, Salz und Hefe in einer Schüssel miteinander vermengen und das Wasser nach und nach hinzugeben. Die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten, mit einem sauberen Handtuch abdecken und mindestens 30 Minuten gehen lassen.
Den Ofen auf 225 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Spargel schälen, die Enden abschneiden und die Spargelstangen in schräge, etwa 0,5cm breite Stücke schneiden. In eine Schüssel geben, salzen, eine Prise Zucker hinzugeben und mit 1 EL Öl vermengen.
Die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden.
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben, noch einmal durchkneten und dünn auf die Größe des Backblechs ausrollen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit dem Ziegenfrischkäse bestreichen. Die Frühlingszwiebelringe darauf verteilen und pfeffern. Nun noch die Spargelstücke auf dem Flammkuchen verteilen und ab in den Ofen damit. 15-20 backen, bis der Flammkuchen schön gebräunt ist.

Den Rucola waschen und verlesen, mit  1 EL Öl vermengen und auf dem heißen Flammkuchen verteilen.

Dazu ein kühles Getränk, ein lauer Sommerabend. Oder als Snack zum Fußball. Völlig egal, schmeckt immer. 

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Inspiration zu diesem Rezept habe in der Dei Ausgabe 1/2014 gefunden.

Samstag, 14. Juni 2014

Gefüllte Wraps mit Guacamole und gebratenem Gemüse [ Holunderweg zu Gast]

Kennt ihr diese Leute, die kaum im Zug sitzen und schon ihren Reiseproviant hervorholen? So jemand bin ich. Auf Reisen, in die Uni, zur Arbeit, ins Freibad, auf Ausflüge: Proviant muss sein. Sonst isst man nachher bloß wieder Pommes, Pappbrezel oder fragwürdig belegte Brötchen.
Auch auf der langen Fahrt nach Skandinavien braucht man einiges an Proviant und so veranstaltet Manu vom Blog Fressraupe, während sie grad auf einem Roadtrip durch den Norden unterwegs ist, ein Blogevent zum Thema Urlaubsverpflegung. Dazu hat sie mich eingeladen, ohne zu wissen, dass ich so ein Kaum-im-Zug-Brötchen-raus-Mensch bin. Statt Brötchen kommen bei mir aber in letzter Zeit immer öfter gefüllte Wraps in die Vesperbox. 

Wraps mit gegrilltem Gemüse Guacamole vegan Foodblog Holunderweg 18
Wraps lassen sich super vorbereiten und können immer wieder anders gefüllt werden. Hier findet ihr mein Rezept für gefüllte Wraps mit gebratenem Gemüse und Guacamole.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Montag, 26. Mai 2014

Erdbeerstreuselkuchen mit Quark [ Ich back´s mir]

Es ist Frühling, die Sonne scheint und alle so "Yeah, Erdbeeren!" Am lautesten von allen ich. Für die nächsten zwei Wochen steht mein Hauptnahrungsmittel fest.
Erdbeeren müssen mich gar nicht mit allerlei Schnickedöns und Chichi beeindrucken. Einfach so wie sie sind, mag ich sie am liebsten. Das ist Liebe. Ganz große Erdbeerliebe. Allerdings überleben nur die wenigsten, die ich vom Markt mit nach Hause nehmen. Was duften die auch so gut aus der Tüte heraus? Pöh. Selbst schuld.
Erdbeeren dürfen aber auch gerne mal in Begleitung von Joghurt oder Quark mit etwas Vanille vorbeischauen.
Bisher war für mich die einzige akzeptierte Erdbeerkuchenvariante ein schlichter Tortenboden, Erdbeeren und Tortenguss drauf, fertig. Am besten von Omma. Aber mein Herz schlägt ja auch sehr für Hefeteig. Warum also nicht den Erdbeerquark mal mit Hefeteig und Streuseln bekanntmachen? Der Anlass könnte feierlicher kaum sein: Tastesheriff Clarettis Kuchensause Ich backs mir.

Die Zutaten für ein Blech Erdbeerkuchen mit Streuseln und Quark:

Teig:
400 g Mehl 
175 ml lauwarme Milch
80 g Zucker
1/2 Würfel Hefe
1/2 TL Zimt

Füllung:
1kg Erdbeeren
1 kg Magerquark
100 g flüssige Butter
2 Eier
80 g Zucker
Mark einer Vanilleschote
2 EL Speisestärke (etwa 20g)
3 EL Milch

Streusel:
125 g Haferflocken
175 g Mehl
80 g Zucker
160 g flüssige Butter

Zuerst wird der Hefeteig zubereitet. Hierzu vermengt ihr Mehl, Zucker und Zimt in einer Rührschüssel, bildet in der Mitte eine Mulde, in die die Hefe gekrümelt wird. Die lauwarme Milch hinzugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Abdecken und an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

Den Backofen auf 190 Grad (Umluft 175 Grad) vorheizen.
Die Erdbeeren waschen, den Blütenansatz entfernen und entweder sechsteln oder achteln, je nach Größe der Früchte. 
Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark mit der Messerrücksete vorsichtig herauskratzen. Mit dem Quark und dem Zucker vermengen. In einem anderen Gefäß die Speisestärke mit der Milch glattrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Die Butter schmelzen, etwas abkühlen lassen und anschließend mit den Eiern und der aufgelösten Stärke zum Quark geben und erneut glattrühren. Nun die Erdbeeren vorsichtig unterheben.

Den Hefeteig noch einmal kurz durchkneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und die Erdbeer-Quarkmasse darauf verteilen.
Für die Streusel Butter schmelzen und mit Mehl, Haferflocken und Zucker zu Streuseln verarbeiten und auf dem Kuchen verteilen.

Der Erdbeerstreuselkuchen wird nun etwa 45 Minuten gebacken, bis die Streusel schön gebräunt sind.

Das Tolle an diesem Kuchen ist, dass er mit Rhabarber und allen Beeren, die noch kommen, gebacken werden können. Also auf Erdbeerliebe wird auf jeden Fall Heidelbeerliebe folgen.
Seid ihr auch im Erdbeerglück?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Freitag, 16. Mai 2014

Sieben Wochen vegan - so war´s

"Haben Sie auch Soja-Milch?" Diese Frage habe ich in den letzten Wochen, gefühlt, am häufigsten gestellt. Ich wurde hingegen in den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag sehr oft gefragt, wie es mir geht, ob ich Veränderungen spüre, abgenommen habe und ob ich nicht langsam von den Einschränkungen genervt sei. Was davon stimmt und was (leider) nicht:

1. Vorbereitung ist alles.
Am ersten Fastentag stand ich im Supemarkt und wusste nicht, was ich einkaufen soll. Ich hatte zwar einige Rezepte gesammelt, doch ich bin das Veganexperiment auch sehr zuversichtlich angegangen. Viele Gerichte, die ich mir unter der Woche gerne koche, sind vegan. Milch und Butter habe ich schon seit Längerem durch pflanzliche Alternativen ersetzt, also alles kein Problem. Aber scheinbar war ich dann im Laden stehend so auf das alles fixiert, was ich nicht kochen kann, dass ich dachte, nun gar nichts einkaufen zu können. Also gab´s dann an den nächsten zwei Tagen erstmal Ofengemüse, bis die Schockstarre überwunden war.
Auch wenn es mir dann leicht gefallen ist, einfach wieder normal zu kochen, da ich wirklich selten Sahne & Co. verwende, und auch neue Rezepte ausprobiert habe, würde ich mich beim nächsten Mal besser vorbereiten: Zum einen würde ich mir überlegen. welche Standard-Rezepte aus meinem Repertoire vegan sind oder sich ganz leicht, durch Weglassen oder Austauschen bestimmter Komponenten, veganisieren lassen. Polenta schmeckt auch ohne Parmesan gut. Dann einen Fundus an Rezepten anlegen und - ganz wichtig - für die ersten zehn Tage einen Speiseplan mit Einkaufszettel schreiben.
2. Toll
Wirklich Spaß gemacht hat, mich mit Lebensmitteln auseinander zu setzen. Das kann auch wütend machen, aber dazu gleich mehr. Man kann keine Chips und Kekse in den Einkaufswagen legen, ohne die Zutaten zu lesen. Im Umkehrschluss hat das dazu geführt, dass ich deutlich weniger Süßigkeiten gegessen habe. Auch bei der Arbeit konnte ich nicht mehr zu Keksen bei Besprechungen, mitgebrachtem Kuchen oder halbgeheimen Süßigkeitenvorräten greifen. Das war auch gar nicht schlimm, denn ich habe das ja selbst so gewollt. Dann einfach etwas mehr Obst, Studentenfutter oder selbstgebackenen veganen Kuchen mitbringen.
Dass  mich veganes Backen total fasziniert, habe ich schon bei meinem Veganversuch im letzten Jahr festgestellt. Zwar habe ich mich nicht getraut, einen richtigen, großen Kuchen zu backen, aber verschiedene Muffins (zum Beispiel hier, hier und hier) und Waffeln. Ich bin immernoch auf der Suche nach den perfekten veganen Waffeln. Beim veganen Backen gefällt mir die Chemie für den Hausgebrauch sehr. Mit Zitronensaft aufgeschlagene Sojamilch bekommt eine Konsistenz wie Buttermilch, Apfelessig und Mineralwasser machen den Teig fluffig und auch Apfelmus, zerdrückte Bananen oder geschrotete Leinsamen können Eier im Teig ersetzen.
3. Nicht so toll
Man kann nicht spontan irgendwo Kaffee trinken oder etwas Essen gehen. Es sei denn, man möchte nur Cola und keinen Kuchen oder Salat mit Essig-Öl essen. In den allermeisten Cafés und Restaurants gibt es keine veganen Speisen. Man kann ja selbst als Vegetarier froh sein, wenn es mehr als Ofenkartoffel und Salat zu essen gibt. Das nervt, vor allem, wenn man mit anderen Leuten unterwegs ist. Ich hatte dann immer das Gefühl, die anderen müssen jetzt wegen mir auf etwas verzichten oder ewig durch die Stadt laufen, um ein geeignetes Lokal zu finden. Auch hier ist wieder Vorbereitung das Stichwort. Wenn man in eine andere Stadt fährt oder sich zum Kaffee/Essen verabredet sollte man vorher passende Restaurants ergooglen. Das erspart Frust und Hungeragressionen. Eine andere Möglichkeit ist, sich Snacks und Proviant bei Ausflügen mitzunehmen.
Eine Herausforderung sind auch Essenseinladungen bei anderen oder Aufenthalte bei Eltern und Schwiegereltern. Sobald ich das Gefühl habe, andere müssten sich wegen mir Umstände machen, fühle ich mich ganz schlecht. Eigentlich ist es ja gar nicht so kompliziert. Aber gerade für Menschen, die sonst mit vegetarischem und veganen Essen so gar nichts zu tun haben, ist es das eben doch. Entweder gibt man sich dann mit Beilagen zufrieden, kocht mt den Gastgebern gemeinsam oder macht wenigstens Vorschläge für das Essen.
Nicht so toll ist auch, Hunger auf Käsespätzle zu haben, wenn die Biergarten-Saison beginnt.
7 Wochen vegan Selbstversuch Fazit Reis mit Erdnussbutter-Spinat-Kokossauce Holunderweg 18 Foodblog
Reis mit Erdnuss-Spinat-Sauce

4. Und, durchgehalten?
Ja. Es gab aber zwei freiwillige Ausnahmen, die beide mit meinen Omas zu tun haben. Eine meiner Omas war in Stuttgart zu Besuch und wollte, klaro, schwäbisch essen gehen. Also habe ich mit Käsespätzle das Fasten gebrochen.
Die zweite Ausnahme war Kaffee und Kuchen. Meine andere Oma geht sehr gerne Kaffee trinken und ich war auf Heimatbesuch, da kann ich ihr unmöglich mit vegan kommen. Die Zeit mit meinen Omas und meiner Familie generell ist mir sehr wichtig. Essen ist nun einmal eine soziale Handlung und als Veganer schließt man sich in manchen Situationen davon aus. Damit kann man sich sicherlich arrangieren und Möglichkeiten finden, aber für mich war das nicht möglich und das schöne, unproblematische Zusammensein mit den Omas wichtiger. 
5. Wie vegan war mein vegan
Wahrscheinlich sehr oberflächlich. Ich habe zum Beispiel bei Essig, Öl und Getränken nicht darauf geachtet, ob die Produkte vegan sind. Essig, Öl, Saft und auch Wein können mit Gelantine gklärt sein, damit diese Flüssigkeiten klar sind. Somit sind sie nicht einmal vegetarisch, aber um ehrlich zu sein, war ich bisher immer zu bequem, mich darüber zu informieren. 
Auch bei meiner Kosmetik bin ich leider inkonsequent. Zwar benutze ich hauptsächlich Naturkosmetik, aber ich verwende Rouge. Ich bin halt so blass. Um Kosmetika rot zu färben, braucht es Karmin und das wird aus zerquetschten Cochenille-Läusen gewonnen. Irgendwie scheußlich, oder?
Auch Kleber ist meistens nicht vegan. Damit sind auch die meisten Schuhe nicht vegan. Paketklebeband und viele Verpackungen auch nicht.

6. Was bleibt?
Es war tatsächlich so, dass ich mich ein bisschen davor gegraust habe, wieder "normal" zu essen. Kaffee mit Kuhmilch schmeckt mir gar nicht mehr und ich versuche das zu umgehen.  Seit Ostersonntag habe ich erst zwei Mal wieder mit tierischen Produkten gekocht. Es soll auch weiterhin so bleiben, ich möchte zur Zeit hauptsächlich vegan kochen und backen. Für teirische Produkte werde ich mich bewusst entscheiden. Klar möchte ich gerne bald mal wieder eine Quiche backen, Kuchen, der wirklich ohne Eier nicht machbar ist, backen und Peccorino über meine Spaghetti hobeln. Aber ich habe das Gefühl, dass das (noch) nicht wieder Alltag sein soll.
Ich habe gemerkt, dass ich ein besseres Bauchgefühl während der Fastenzeit hatte. Sonst merke ich meinen Bauch irgendwie, da ziept, zupft und grummelt es. Während der Fastenzeit war nichts und jetzt beginnt das wieder. Klar kann das auch andere Gründe haben, aber es ist mir aufgefallen.
Vegan Selbstversuch Fazit Bärlauchpesto grüner Spargel Pasta Holunderweg 18
Pasta mit Bärlauchpesto und gebratenem grünen Spargel
Geblieben ist auch, dass ich mich noch mehr darüber aufrege, was in unseren Lebensmitteln enthalten ist und wie wenig wir wissen. Was bitte ist Käsepulver (ist in machen Chips enthalten)? Warum müssen vegetarische Gummibärchen mit Bienenwachs überzogen sein? Warum dürfen Getränke, Öl und Essig mit Gelantine geklärt werden und der Verbraucher erfährt das nicht? Was haben Knochen und tierische Proteine in Kleber verloren? Das verstehe ich nicht und die Gründe, die die Hersteller bestimmt dafür haben, werde und möchte ich nicht verstehen. Das macht mich wütend.
Ich denke, dass man nicht vollständig vegan leben kann. Zum einen weiß man nicht alles, was in den Produkten und Lebensmitteln und zum anderen muss man wahrscheinlich Kompromisse machen, um in dieser Gesellschaft leben zu könen, es sei denn, man ist Selbstversorger. Es ist selbstverständlich, dass Vieles tierische Inhaltsstoffe enthält, viele wissen das nicht und die meisten wollen das vermutlich auch nicht, selbst wenn man weder Vegetarier noch Veganer ist.

Ich muss euch also enttäuschen. Ich habe kaum abgenommen, habe keine Superkräfte bekommen und war noch nicht mal genervt von irgendwelchen Einschränkungen. Käsespätzle hätte ich mir manchmal gewünscht. Aber sonst bin ich sehr zufrieden mit meinen sieben veganen Wochen. Möchte noch viel vegan backen und ausprobieren, meinen Kaffee und meinen Frühstücksbrei weiterhin mit Hafermilch trinken und essen, und auch versuchen, so oft es geht in Cafés und Restaurants die vegane Alternative zu wählen. Ich glaube, dass das für mich richtig ist. Wen Veganismus näher interessiert und auch die moralischen Argumente dahinter spannend findet, dem lege ich sehr diese Bücher ans Herz:

Karen Duve: Anständig essen. Ein Selbstversuch.
Jonathan Safran Foer: Tiere essen.

Ich bin sonst nicht jemand, der auf solche sehr gehypten Bücher steht, aber diese wurden gehypet und sind auch einfach gut.

Falls ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, freue ich mich sehr, wenn ihr die Kommentarfunktion benutzt und werde alles beantworten.

Ich wünsche euch Schönes

Natalie



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