Dienstag, 25. August 2015

Flammkuchen mit Mairüben und Rucola
"Deutschland - Mein Garten." [Reklame]



Es gibt mysteriöse Begegnungen nicht nur im Nachtbus, in Berlin oder am Kneipentresen, sondern auch im Supermarkt. 

Neulich Abend in der Obst- und Gemüseabteilung: Wie aus dem Nichts steht ein älterer, kleiner Herr vor mir und sagte mit französischen Akzent: "Sie sind sehr übsch, wenn isch das sagen darf. Ich abe einen Sohn in Ihrem Alter." Ich blinzelte und erklärte dann lachend, nachdem ich kurz nach einem Fluchtweg Ausschau gehalten habe, dass ich bestens mit bereits einem Mann versorgt sei. Nach einer kurzen Phase des Bedauerns (seinerseits) und der Schilderung der  Lebenswege seiner drei Söhne, zog er mich mit vors Gemüseregal. Hob dort ein Bund Möhren in die Luft und hielt es mir vors Gesicht: "Schauen Sie, die Karotten sind knackisch und ganz frisch. Isch werde sie kaufen, sie sind sehr gesund." So zogen wir dann durch die Obst- und Gemüseregale, nahmen hier prüfend Mirabellen in die Hand, da einen Spitzkohl und dort Mairüben und diskutierten, was man daraus kochen könnten, fachsimpelten über Qualität von Lebensmitteln im Besonderen und Allgemeinen. 

Mairüben hatte er allerdings noch nie gegessen. Auch nicht mein Freund, der fragte, was das sei, als ich das Bund Mairüben im Kühlschrank verstaute. Ich glaube fest daran, dass Rüben kulinarisches Sexappeal haben und man es ihnen unbedingt zurückgeben muss.
Flammkuchen mit Mairüben, Rucola und Ziegenfrischkäse, Rezept, Holunderweg18
Saisonales und regionales Obst und Gemüse hat eine riesige Vielfalt. Das Problem ist womöglich, dass man bei vielen Sorten nicht weiß, was man daraus zubereiten kann, weil es in Vergessenheit geraten ist und die Verfügbarkeit nicht gegeben ist. Erst seit etwa zwei Jahren habe ich den Eindruck, dass sich Supermärkte verstärkt dem Thema Regionalität und Saisonalität widmen und so findet man auch wieder „alte“ Gemüsesorten im Supermarktregal. Damit sich möglichst viele Menschen wieder an diese Sorten und ihre vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten erinnern, hat die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) die Kampagne „Deutschland – Mein Garten.“ gestartet. Unter www.deutsches-obst-und-gemuese.de gibt es Informationen rund um regionales Obst und Gemüse – von der Warenkunde, über die Zubereitung und Rezepte sowie welche Umweltvorteile saisonales und regionales Obst und Gemüse haben. Außerdem gibt es einen Saisonkalender, Tipps zur Lagerung und Infos zum Anbau. 


Wo wir grad beim Thema sind: Ihr wundert euch vielleicht, warum ich im August mit Mairüben um die Ecke komme. Mairübchen heißen so, weil sie im Mai angepflanzt werden. Da sie sehr schnell wachsen, kann man sie zwei Mal jährlich aussäen und ernten und so gibt es auch im August Mairüben – die mit ihrem buttrigen und leicht süßlich-scharfen Geschmack ein prima Flammkuchenkandidat sind:



Zutaten für ein Blech Flammkuchen:
200g Mehl
100g lauwarmes Wasser
5g Salz
1 TL Trockenhefe

1 größere oder zwei kleine Mairüben
1 Handvoll Rucola
100g Creme Fraiche
100 g Ziegenfrischkäse
(oder ihr entscheidet euch für eines von beidem)
Saft einer halben Zitrone
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Mehl, Salz und Trockenhefe in einer Rührschüssel vermengen. Nach und nach das lauwarme Wasser hinzugeben – am besten erst einmal 80g, dann mit dem Kneten beginnen und schauen, wie sich der Teig verhält. Ist er zu trocken oder hart, gibt man dann den Rest Wasser hinzu. Knetet die Zutaten zu einem geschmeidigen Hefeteig. Falls der Teig dann doch zu klebrig ist, noch etwas Mehl unterkneten. Die Schüssel mit einem trockenen, sauberen Geschirrtuch abdecken. Der Teig muss nun etwa eine Stunde gehen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

Den Backofen auf 225 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Flammkuchen mit Mairüben, Rucola und Ziegenfrischkäse, Sommerrezept, Holunderweg18

Die Mairübe(n) schälen und zum Beispiel in (dünne) Scheiben schneiden – das geht mit einem Hobel, Sparschäler oder auch mit dem Messer sehr gut. Ihr könnt sie aber auch würfeln oder raspeln
Den Teig ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Der Teig kann dabei so ausgerollt werden, dass er ein Backblech komplett ausfüllt, wer den Teig etwas dicker mag, kann ihn natürlich kleiner ausrollen.
Creme Fraiche und Ziegenfrischkäse miteinander verrühren, auf dem Teig verteilen und etwas salzen. Die Mairüben geraspelt, in Würfel oder Scheiben geschnitten auf dem Flammkuchen verteilen und etwas Olivenöl darüber träufeln.
Der Flammkuchen muss nun 15-20 Minuten backen. In der Zwischenzeit den Rucola waschen und verlesen. In einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl und dem Saft einer halben Zitrone marinieren, solange der Flammkuchen backt. Sobald er fertig und schön gebräunt ist, holt ihr ihn aus dem Ofen und verteilt den Rucola und den Rest der Marinade auf dem Flammkuchen.

Ach so, was aus dem französischen Herrn geworden ist: Später hörte ich dann, wie er einem jungen Paar die weltbeste Pasta und das beste Olivenöl zeigte; da war ich fast ein bisschen eifersüchtig - er war doch meine verschrobene Supermarktbekanntschaft!

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Freitag, 14. August 2015

Safran-Eis mit karamellisierten Wildpfirsichen.
Oder: Der Eisportionierer.

Ich besitze jetzt einen Zestenreißer und ein Nudelrädchen. Das kam so:

Es ist der heißeste Tag des Jahres, mal wieder, und ich beschließe, dass man kein Eis fotografieren kann, ohne dass ein Eisportionierer auf dem Bild zu sehen ist.

Im Deko-Küchen-Tralala-Geschäft gibt es eine Wand voller Küchenschubladen-Liegrumchen, doch ein Haken ist frei: Kombiniere, dass hier die Eisportionierer hingen und frage den jungen Herrn an der Kasse danach, der nicht weiß, wovon ich spreche. „Na, so einen großen Löffel, um aus Eis Eiskugeln zu formen.“ Er glaubt, sowas hatten sie noch nie, seine Kollegin geht mit mir nochmal zur Wand. Deutet auf Kaffeeabmesslöffel und Melonenaushöhler, ich schüttele traurig den Kopf. Plötzlich erhellt sich ihre Miene, sie sei sich jetzt sicher, wo sie liegen. Innerlich recke ich die Faust in die Luft und rufe „Heureka!“, bis sie wieder vor mir steht und mir  freudestrahlend einen Crushed Ice Maker entgegenstreckt. Ich schüttele traurig den Kopf. Will aber was kaufen. Schleiche noch mal zur Wand, um den leeren Haken hypnotisieren. 
Dann kaufe ich einen Zestenreißer und ein Nudelrädchen, weil ich schon mal was fotografieren wollte und dazu jeweils gerne einen Zestenreißer und ein Nudelrädchen gehabt hätte. Gab´s damals aber auch nicht. Was man hat, das hat man, denke ich. Insgeheim weiß ich aber genau, dass ich bei der nächsten Gelegenheit, die nie kommen wird, den Zestenreißer und das Nudelrädchen nicht finden werde.


Merke: 
1. Es gibt Dinge, die braucht man nicht.
2. Und wenn man sie braucht, weiß man nicht, wo sie liegen.
3. Wenn man sie dringend braucht und noch nicht besitzt, sind sie ausverkauft.

Es gab übrigens nirgendwo einen Eisportionierer. Die sind wahrscheinlich alle in der gut klimatisierten Halle, in der auch alle Ventilatoren versteckt sind und in der böse Menschen den ganzen Tag lachen.  

Merke 4.: Eis ohne Eisportionierer geht auch, sogar ganz ohne Eismaschine. Diese erleichtert die Arbeit etwas, aber man benötigt sie nicht zwingend. Eine Kastenkuchenform, ein Esslöffel und eine Eieruhr tun es auch.


Zutaten für 700ml oder eine Kastenkuchenform voll Safran-Eis mit karamellisierten Wildpfirsichen:

3 Eigelb (bitte ganz frische Eier verwenden)
100g Zucker
250ml Milch
200ml Sahne
3 Wild-/Plattpfirsiche
etwas Honig (ca. 3-4 TL)
5-7 Safranfäden

2 Rührschüsseln
1 großen Topf
1 kleinen Topf
1 Sieb
1 Holzrührlöffel

Den Backofen auf 200 Grad  Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Pfirsiche waschen und wie ein Brötchen aufschneiden, sodass ihr eine obere und untere Hälfte habt. Die Kerne entfernen und die Pfirsichhälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit dem Honig beträufeln oder bestreichen. Die Pfirsichhälften in den Ofen geben und so lange backen, bis der Honig karamellisiert ist - das dauert 10-15 Minuten. Die Pfirsiche dann abkühlen lassen und entweder in Stücke schneiden oder mit einer Gabel zu Mus zerdrücken.

Die drei Eigelb und den Zucker schaumig rühren, bis eine weiße Masse entstanden ist.
Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen - das Wasser erhitzen, aber nicht kochen. Eine Schüssel bereitstellen, die oben auf den großen Topf passt; in dieser wird die Eismasse im Wasserbad erhitzt. Parallel füllt ihr euer Waschbecken mit kaltem Wasser, gebt ggf. noch einige Eiswürfel hinein. Dieses kalte Wasserbad benötigen wir nach dem heißen.
 
Die Milch mit den Safranfäden in einem kleinen Topf erhitzen (nicht kochen) und dann unter stetigem Rühren in die Ei-Zucker-Masse rühren. Entweder diese Rührschüssel oder eine zweite auf den Topf mit dem heißen Wasser setzen. Unter Rühren wird die Masse nun im Wasserbad erhitzt (nicht gekocht!), bis sie sich zur Rose abziehen lässt. Das kann man erkennen, indem man einen Holzlöffel (ohne Loch in der Mitte) in die erhitzte Masse taucht und auf seine Rückseite pustet. Schiebt sich die Masse durch das Pusten auf dem Löffel zur Seite und sieht das Muster, das sie bildet, aus, wie eine Rosenblüte von oben, ist die Masse fertig erhitzt.

Die Milch-Zucker-Ei-Masse wird nun durch ein Sieb in eine weitere Rührschüssel gegossen und im kalten Wasserbad gerührt. Die Sahne schlagen und unter die kaltgerührte Masse heben. Diesen Schritt könnt ihr auch überspringen und die Sahne flüssig unterrühren.


Habt ihr eine Eismaschine, füllt ihr die Eismasse nun mit den Pfirsichstücken ein und verfahrt nach der Anleitung des Geräts. 
Falls nicht, könnt ihr eine Rührschüssel oder eine (Kasten-)Kuchenform nehmen, diese ggf. mit Frischhaltefolie auslegen und die Eismasse gemeinsam mit den Pfirsichstücken hineingeben. Das Eis muss mindestens vier Stunden gefrieren, eher etwas länger. Der Nachteil für uns Eismaschinenlosen: Wir müssen das Eis nun jede halbe Stunde einmal kräftig durchrühren. Das sollte mindestens sechsmal passieren; wenn man es mal vergisst, ist das nicht schlimm, man kann das Eis auch über Nacht gefrieren lassen. Aber einige Male (meine Empfehlung sind eben sechs Rührdurchgänge) sollten gemacht werden, damit das Eis schön cremig wird.

Hoffentlich habt ihr euch noch nicht an Eis übergessen - was ist eure Eissorte des Sommers?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie





Mittwoch, 12. August 2015

Die Mädchenküche kocht zusammen #3: Gurkensalat
Gurkensalat mit nur vier Zutaten

Man kann einen Kartoffelsalat machen und braucht nur vier Zutaten: eine Handvoll der bekanntesten Youtuber, eine Geschichte im Schulumfeld, Pubertätshumor und einige etablierte Schauspieler, damit auch die die Sprösslinge begleitenden Eltern jemanden auf der Kinoleinwand kennen.
Das hat man meistens nicht im Haus, am ehesten noch Pubertätshumor. A propos: Kommt eine Blondine... Naja, egal.
Gurken, Dill, Schmand und Salz - mehr braucht es nicht für einen superleckeren, schnellen und einfachen Gurkensalat, der für mich nach "Nach-der-Schule-bei-Oma-Essen" oder nach "Yeah-Mama-hat-Spaghetti-Bolo-gekocht!" schmeckt. Dazu gab oder gibt (Mutter, bitte um Aufklärung in Sachen Gurkensalat) es nämlich zuhause fast immer diesen Gurkensalat:
Rezept schneller Gurkensalat mit Schmand und Dill, Holunderweg18, Mädchenküche

Zutaten für 2 Portionen easypeasy Gurkensalat:

2 Landgurken (mittelgroß) oder eine Salatgurke
3 gute EL Schmand
2 Äste oder 1 EL Dill
Salz

ggf. einen Schuss Milch und Pfeffer
 
Die Gurken waschen, bei Bedarf oder nach Geschmack schälen. Dann könnt ihr sie mit einem Sparschäler in lange Streifen schneiden,  in Scheiben schneiden oder hobeln, zunächst halbieren und dann in Scheiben schneiden, raspeln, hobeln, ... 
Den Schmand mit dem Dill glattrühren und etwas salzen. Die Gurken hinzugeben und mit dem Schmand verrühren. Die Gurken verlieren noch etwas Wasser, aber falls der Salat nicht geschmeidig genug ist, könnt ihr noch 1-2 TL Milch unterrrühren. Wer mag, darf den Salat noch sachte pfeffern - ein Geheimnis über mich: Ich mag Pfeffer nicht besonders gerne, darum fällt er für mich weg.

Zack, so schnell hat man einen prima Gurkensalat. Bei meiner Mama gibt es ihn oft zu Lasagne, Spaghetti Bolognese oder sonstigen würzigen, tomatigen Nudelgerichten. Zu besonders würzigen Gerichten passt dieser Gurkensalat sehr gut, da der Schmand und die leichte Süße der Gurken einen schönen geschmacklichen Kontrast zu der Würze bieten.

Was Gurkensalat noch so alles kann, zeigen euch hier die anderen Mädchenköchinnen:


Was sind eure liebsten Gurkenrezepte? Diese könnt ihr ab sofort bei der lieben Mone von Leckerbox einreichen und wir teilen sie dann auf unserer Mädchenküche-Facebookseite.

Ich wünsche euch Schönes
Natalie

Freitag, 7. August 2015

Die Mädchenküche kocht #3: Gurke
Sommerrollen mit marinierten Gurken



„Hechte riechen nach Gurke“, sagt Sebastian.
Ich glaube kein Wort und sage, dass ich finde, Hechte sähen nett aus. Manche lächeln, manche sehen brummelig aus. Sehr charaktervoll. Dabei werfe ich Steine in den See. Eine rätselhafte Passion, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen frenetisch nachgehen.  Verstehe ich nicht, darum höre ich nach dem dritten Stein auf. Lieber was Konstruktives schaffen, denke ich, und baue ein Türmchen aus Steinen auf einem Felsbrocken, der ins Wasser ragt. Dann googele ich.

Prüfungsfragen Fischereischein
Sachgebiet 1:  Fischkunde und -hege
Untersachgebiet 2: Unterscheidung einheimischer Fischarten

Welcher Fisch riecht nach frischer Gurke?
Stint
Steinbeißer
Koppe

Ich konfrontiere Sebastian mit meinen Untersuchungsergebnissen. Natürlich riechen Stinte nach Gurken, aber Hechte eben auch. Irgendwie, sagt er. Unterwassergurken, denke ich und werfe nun doch wieder Steine ins Wasser.

Für 16 Sumerrolls mit marinierten Gurken benötigt ihr:
16 Blätter Reispapier für Sommerrollen (gibt es im Asialaden und im Supermarkt)
2 Landgurken (die nehme ich am liebsten, da sie sehr geschmackvoll und weniger wässrig sind)
3 Möhren
50g Glasnudeln
4 EL Sojasauce
½ Chili oder 2 Messerspitzen Chiliflocken
½ TL Honig oder Agavendicksaft
2 EL Sesam- oder Erdnussöl
einen tiefen Teller mit Wasser gefüllt und ein frisches Geschirrhandtuch
ggf. Sojasauce zum Dippen

Eine Gurke schälen und in feine (Julienne-)Streifen schneiden. Zwei Schälchen für die Marinade bereit stellen. Die eine Hälfte der Gurkenstreifen mit etwa 4 EL Sojasauce vermengen. In der anderen Schale 2 EL Erdnuss- oder Sesamöl und ½ TL Honig oder Agavendicksaft verrühren und eine halbe Chilischote in feine Würfel geschnitten dazu geben. Die andere Hälfte der Gurkenstreifen in diese Marinade geben.
Die andere Gurke ebenfalls in feine Streifen schneiden, nach Belieben geschält der ungeschält, ebenso wie die Möhren.
Die Glasnudeln in gesalzenem Wasser nach Packungsanleitung kochen, abgießen und beiseite stellen.
Jetzt solltet ihr euch euren Arbeitsplatz funktional einrichten: Das Gemüse und die Füllung für die Summerrolls aufstellen, einen Teller oder ein Holzbrett zum Rollen und einen tiefen Teller, mit Wasser gefüllt, sowie ein frisches Geschirrtuch sollten bereit liegen.
Ein Blatt des Reispapiers in das Wasser geben, sodass es gerade liegt und gleichmäßig mit Wasser bedeckt ist. Nach etwa einer Minute sollte es weich und biegsam sein (das könnt ihr ausprobieren oder die Packungsanleitung sagt etwas zu der Ziehzeit). Das Reispapier auf das Handtuch legen, etwas trockentupfen und dann auf das Brett oder den anderen Teller legen. (Wenn ihr etwas geübter beim Rollen seid, könnt ihr nun das nächste Reispapier ins Wasser legen.)
Auf das untere Drittel nun die Füllung drapieren – es sollten nach unten, links und rechts noch etwa zwei Finger breit Platz sein. Nehmt nicht zu viel Füllung, sonst reißt das Reispapier leicht. Ich habe so viel genommen, wie ich mit einmal Greifen zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger bekommen habe. Immer etwa 3- 5 Gemüsestreifen und einen Strang Glasnudeln, etwa im Umfang des kleinen Fingers.
Das Gemüse legt ihr übereinander, die Glasnudeln entweder zwischenrein oder zum Schluss. Dann könnt ihr noch einige Tropfen Sojasauce der übriggebliebenen Marinade darüber träufeln und ein paar Chilistücke aus der süßen Marinade ebenfalls auf die Füllung geben.
Nun klappt ihr die linke und rechte Seite des Reispapiers über die Füllung, dann die untere Seite. Haltet die Rollen jeweils mit Zeige- und Mittelfinger fest und rollt mit euren beiden Daumen auf.
Legt die fertigen Rollen auf einen großen Teller oder ein großes Brett mit etwas Abstand zueinander – sie kleben sonst aneinander fest und lassen sich nicht unfallfrei voneinander lösen.
Nach zwei oder drei Rollen werdet ihr den Dreh (haha, im wahrsten Sinne) raus haben. Wenn eine Rolle mal etwas dicker und die andere dünner ist, macht das natürlich gar nichts.
Zum Servieren könnt ihr ein Schälchen Sojasauce als Dip bereitstellen, auch eine süße Chilisauce passt prima zu den Sommerrollen.

Das Thema der Mädchenküche lautet im August „Gurke“ und ihr könnt die wunderbaren Rezepte der Mädchenköchinnen hier finden:

In Simones Leckerbox gibt es ein Gurkensandwich mal anders
Bei Samira und ihrer Vegetarisch delikaten Kochwelt steht ein Munich Mule für euch bereit.
Insane in the Kitchen werdet ihr hoffentlich (nicht) bei diesem Gurkenrelish mit gerösteter Spitzpaprika
In Moey´s Kitchen gibt es eingelegte Gurken

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

Dienstag, 21. Juli 2015

Pfirsicheistee mit Minze.
Für Meeresrauschenlauscher & Sommerverliebte.

Sommerberufungen:

Hängemattenschaukler, Meeresrauschenlauscher, Füßeimsandverstecker. 
Vielzuspätessengeher, Klippensitzer, Sonnenuntergangbetrachter. 
Sandburgenbauer, Bücherleser, Mithändenundfüßenfrühstückbesteller.
Zeitfürimmerfesthalter, Sonnenanbeter, Barfußgeher.
Muschelsammler, Bergerkletterer, Biergartensitzer.
Nichtinsbettwoller, Nichtnachhausewoller, Zeitumkehrer.
Postkartenschreiber, Eiswettesser, Melonenverschlinger.
Sternschnuppenzähler,  Regenvergesser, Sichallesvorstellenkönner.
Balkonienentdecker,  Tretbootfahrer, Tiefseeforscher.
Sommerverliebter, Eisteetrinker, Urlauber.
 


Ich bin kein Sommertyp. Als Kind und danach, im Freibad oder am Meer, war ich immer die arme Wurst, die mit einem nassen Lappen auf dem Kopp unter dem Sonnenschirm sitzt und den anderen beim Sandburgerbauen, Volleyballspielen und anderem Sommerkrams zuguckt. Aber man kann sich an konstant über 30 Grad gewöhnen. Ich habe vergessen, wie man sich Socken und richtige Schuhe anzieht, schlürfe Eistee und wünsche mir, dass der Sommer noch ewig dauert.


Zutaten für etwa 1,5l Pfirsicheistee

4 große Pfirsiche, ca. 500g
2 Teebeutel (heller Früchtetee, etwas mit Apfel zum Beispiel, und/oder ein sanfter Kräutertee; man kann auch beides prima mischen)
ein kleines Stück Ingwer
1-2 Pfefferminzstiele (mindestens 10 Blätter Minze)
2 Zimtblüten oder ein kleines Stück Zimtstange (oder eine Messerspitze gemahlenen Zimt)
etwa 5 Kardamomkapseln
2 TL Agavendicksaft oder Rohrzucker (je nach eigenem Geschmack und Reife der Pfirsiche)
2 x 750ml Leitungswasser


Die Pfirsiche waschen, entkernen und in Stücke schneiden. In 750ml Wasser aufkochen lassen, einen TL Zucker oder Agavendicksaft hinzugeben und 30 Minuten bei wenig Hitze sacht köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Kardamomkapseln im Mörser zerstoßen, die Zimtblüten auch ein oder zwei Mal ganz grob zerstößeln. Den Ingwer  (ein 1-2cm großes Stück) in Scheiben schneiden und mit der Minze, den Gewürzen (das Stück Zimtstange, sollte ihr eines verwenden, bleibt ganz) und einem TL Agavendicksaft oder Rohrzucker in eine Karaffe oder Schüssel geben. 750 ml Wasser zum Kochen bringen, in die Karaffe gießen und die beiden Teebeutel darin 5 Minuten ziehen lassen.

Die Teebeutel entfernen und den Gewürztee durch ein Sieb abgießen. Wer mag, kann anschließend wieder einige Minzblätter und Ingwer zum Tee geben.

Die Pfirsiche nach einer halben Stunde ebenfalls durch ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen. Die Pfirsiche kann man anschließend noch mal in etwa 500 ml aufkochen und ziehen lassen, dann hat man sofort wieder eine Grundlage für die nächste Kanne Eistee.

Tee und Pfirsichsaft werden nun zusammengegossen. Lasst den Eistee gut abkühlen und serviert ihn mit Eiswürfeln, ein paar Blättchen Minze und eventuell Pfirsichscheiben.


Ich wünsche euch Schönes und dass der Sommer noch so lange dauert, dass wir das alles sein können.

Natalie

Freitag, 10. Juli 2015

10 Dinge, die man im Sommer in der Küche machen kann. Oder: Quiche mit Rote Bete, ihren Blättern und Feta.

1. Salat
2. Wassermelone aufschneiden oder
3. eine halbe, eisgekühlte Wassermelone aushöhlen und sich die Melonenschale als kühlenden Helm auf den Kopf setzen
4. sich zur Abkühlung auf die Fliesen legen
5. den Kühlschrank aufräumen und ihn dabei eingeschaltet lassen
6. einen Eimer Wasser auf dem Boden verschütten, die Tiefkühltruhe aufmachen und warten, bis eine gleichmäßige Eisschicht entstanden ist, dann:
7. Disco on the rocks
8. Curling
9. mit Eiswürfeln jonglieren
10. ein dreigängiges Dinner für 10 Personen kochen


In meinem Kopf singt Farin Urlaub "Es ist zu heiß für den Straßenkampf" und ich denke, dass er dieses Lied extra für den heutigen Tag geschrieben hat. Es ist Sonntag, knapp 40 Grad und ich werde gleich zum dritten Mal an diesem Tag duschen. Und ich koche ein Dreigangmenü für 10 Personen. Ganz in echt, ohne offenen Kühlschrank, aber gemeinsam mit meiner wunderbaren Bürokollegin.

Wir zelebrieren nämlich in unserer Redaktion "Das perfekte Kollegendinner" - alle zwei Monate ist ein Büroteam dran und irgendwer muss ja auch im Sommer. Es rechnet schließlich auch niemand damit, dass es wirklich Sommer wird. Ist es aber und der Backofen bollert vergnügt schon den ganzen Nachmittag bei 200 Grad und 1 Kilo Zucchini in hauchdünnen Scheiben sind angebraten. Es gibt einen Zustand nach Schwitzen. Wenn der Körper beginnt, seinen Aggregatzustand zu wechseln.

Aber dann sitzt man an einer langen Tafel im Garten mit nicht zusammenpassenden Stühlen, die Blumen haben den Tag nicht so gut überstanden und endlich klingen Eiswürfel in den Gläsern mit Melonencocktails und Hugo. Es wird ein schöner Abend, das ist jetzt schon klar. Gelächter hallt an den Häuserwänden der Nachbarn wieder. Während Schwalben über unsere Köpfe düsen, gibt es den ersten Gang: Rote Bete Quiche mit Grün und Feta. Aufgeregt habe ich die Quichestücke auf die Teller balanciert, mir selbst das erste, verünglückte aufgetan. Ahs und Ohs, es schmeckt. Ich springe auf, wollte doch eigentlich Fotos vom Essen machen! Mache ich, improvisiert. Vom verunglückten Stück und der angeschnittenen zweiten Quiche.


 Für den Quicheboden

100g Haferfocken
50g Reismehl
50g gemahlene Mandeln
2 EL Leinsamen
1/2 TL Salz
75g Kokosöl (oder Butter)
4 EL kaltes Wasser

Zutaten für die Füllung
450g Rote Bete (etwa 2-3 mittelgroße Knollen, es kommt nicht aufs Gramm genau an) wichtig ist, dass ihr sie mit dem Grün, also den Blättern kauft, denn:
1 Bund Rote Bete-Blätter (solltet ihr kein Rote Bete Grün bekommen, könnt ihr auch Mangold oder Spinat nehmen, etwa 300g)
3 Eier
150 ml Milch
100g Feta
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
einige Zweige (4-5) Thymian oder 1 TL getrockneter Thymian
2 TL Apfelessig
etwa 10 Walnusskerne
etwa 10 Minzblätter
Salz, Pfeffer
1 EL Butter
Die Haferflocken, Leinsamen, gemahlenen Mandeln, Reismehl und Salz in einen Multizerkleinerer/Foodprozessor geben und so lange zerkleinern, bis die Zutaten zu einem Mehl geworden sind. Gib das Kokosöl (bzw. die Butter) dazu und zerkleinere die Masse noch einmal, bis die Butter in kleinen Flocken untergehoben ist. Dann das Wasser hinzufügen und dann so lange mixen, bis ein homogener Teig entsteht. Nehmt den Teig heraus - wenn ihr ihn zu einer Kugel formen könnt, hat er die richtige Konsistenz. Wenn nicht, knetet nach und nach einige Teelöffel Wasser unter.
Legt den Teig zwischen zwei Blätter Backpapier, aber erstmal zur Seite (nicht in den Kühlschrank).

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Teig zwischen den beiden Lagen Backpapier ausrollen. Sollte das nicht funktionieren, ist der Teig vielleicht noch zu trocken, dann müsstet ihr noch einige TL Wasser unterkneten. Oder ihr drükt den Teig Stück für Stück mit den Händen in die Quicheform. Stecht den Teig dann mit einer Gabel einige Male vorichtig ein und backt ihn dann 10 Minuten blind. Hierbei bedarf es keiner Erbsen o.ä. zum Blindbacken.
Holt anschließend die Form wieder aus dem Backofen und stellt sie kurz zur Seite.



Die Blätter und Stiele von den Rote Bete-Knollen trennen und die Blätter waschen; die Stiele braucht ihr nicht.
Etwa 3 mittelgroße oder 4 kleine Knollen Rote Bete schälen - man kann dazu Handschuhe benutzen, muss es aber nicht. Nach maximal drei Mal Händewaschen hat sich die Färbung der Hände erledigt.
Entweder könnt ihr die Rote Bete nun raspeln, mit dem Multizerkleinerer zerkleinern oder fein hacken. Dreiviertel der Rote Bete verteilt ihr dann auf dem Quicheboden.

Schneidet das Rote Bete-Grün in Streifen - diese müssen nicht fein sein, da die Blätter, wie Spinat, beim Garen sehr in sich zusammenfallen.
Schält und würfelt die Rote Zwiebel und schwitzt sie gemeinsam mit den Thymianzweigen in einer Pfanne und einem EL Butter an. Sobald die Zwiebeln durchsichtig sind, könnt ihr die gehackten Knoblauchzehen dazugeben. Etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze anschwitzen, anchließend 2 TL Apfelessig und die Blätter der Rote Bete hinzugeben. Diese werden so lange in der Pfanne gegart, bis sie in sich zusammenfallen. Nun noch die Thymianzweige heraussammeln, das Blattgemüse salzen und pfeffern und auf die Rote Bete in der Tarteform geben. Darauf verteilt ihr anschließend die restliche gehackte Rote Bete.

Füllt 150 ml Milch in eine kleine Schüssel, hackt die Minze und gebt sie dazu. Den Feta zerkrümeln und ebenfalls in die Milch geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Masse leicht überwürzt ist, ist sie ausreichend gewürzt.  Schlagt nun die Eier hinein und verührt alles gut miteinander. Diese Masse wird nun gleichmäßig über das Gemüse in der Quicheform gegossen. Die Quiche muss dann etwa 35 Minuten backen und sollte vor dem Servieren etwas abkühlen.

Tipp: Wem der Quicheboden zu aufwendig oder zu zutatenintensiv ist, der kann diese Quiche natürlich auch wunderbar mit einem Mürbeteigboden backen, wie bei dieser Spargel-Quiche oder dieser Rosenkohl-Petersilienwurzel-Quiche.


Was macht für euch einen perfekten Sommerabend aus?

Ich wünsche euch Schönes

Natalie

P.S.: Dieses Rezept stammt von einem der schönsten Blogs der Welt: Green Kitchen Stories. Unbedingt mal reinschauen!

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